Marktschlussbericht: Börse Frankfurt
„Gesunde Gewinnmitnahmen“ drücken Dax ins Minus

Nach der Börsenrally zum Wochenstart haben Anleger am Mittwoch ihre Gewinne mitgenommen. Teilweise enttäuschend ausgefallene US-Konjunkturdaten beschleunigten die Tendenz nach unten.

HB FRANKFURT. "Nachdem der Dax so rasch nach oben gelaufen ist, haben wir nun einen Tag der Zurückhaltung und Besinnung erlebt", sagte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank. "Das ist gesund und kein Grund zur Sorge." Der Leitindex sackte wieder unter die Marke von 5 100 Punkten und schloss mit minus 1,74 Prozent auf 5 054 Zähler. Der MDax gab um 1,91 Prozent auf 5 936 Zähler nach. Der TecDax verlor 1,16 Prozent auf 644 Punkte.

Die Daten des privaten US-Arbeitsmarktdienstleisters ADP, die als Indikator für den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht für Mai gelten, hatten nur wenig Einfluss auf die Stimmung am deutschen Markt. Dagegen hatten vor allem Enttäuschungen über die US-Industrieaufträge im April am Nachmittag zu weiteren Verlusten im Dax geführt. "Hier war am Markt ein etwas stärkerer Anstieg erwartet worden", so Halver. "Wir sind zwar aus dem Gröbsten raus, aber es wird immer wieder deutlich, dass die Rezession noch nicht vorbei ist und daher die Märkte volatil bleiben dürften."

Staatshilfe für Kaufhäuser?

In den Fokus am deutschen Markt rückten vor allem die Aktien der Kaufhaus-Konzerne Arcandor und Metro . Arcandor kann kaum noch auf Staatshilfen aus dem Milliarden-Notfonds hoffen, denn die EU-Kommission äußerte erhebliche Zweifel daran, dass der ums Überleben kämpfende Handels- und Tourismuskonzern erst seit der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise in Problemen steckt. Die Kriterien für die Staatshilfen seien daher nicht erfüllt, hieß es. Das Management von Arcandor will nun auch andere Rettungsmöglichkeiten prüfen. Die Aktie sank zeitweise bis auf 1,85 Euro und ging mit minus 0,52 Prozent auf 1,93 Euro aus dem Handel. METRO dagegen fielen mit einem Abschlag von 6,47 Prozent auf 35,41 Euro an das Dax-Ende. Analyst Christian Hamann von der Hamburger Sparkasse beurteilte die Talfahrt der Metro-Aktie unter anderem mit "enttäuschten Hoffnungen, günstig einen Konkurrenten loszuwerden und sich billig zu Lasten des Staates bei Arcandor einkaufen zu können".

Die Aktien der Hypo Real Estate (HRE) stiegen dagegen um 2,05 Prozent auf 1,49 Euro, nachdem der Weg zur ersten Banken-Verstaatlichung in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg definitiv frei geworden ist. Dem Bund gelang es am Dienstagabend mit seiner Stimmenmehrheit auf der außerordentlichen Hauptversammlung des schwer von der Finanzkrise getroffenen Immobilienfinanzierers, die entscheidende Weiche zu stellen. Mit einer Stimmenmehrheit von knapp 74 Prozent wurde ungeachtet der Wut und Enttäuschung vieler Kleinaktionäre eine Kapitalerhöhung beschlossen, durch die der Bund seinen HRE-Anteil auf 90 Prozent erhöhen und damit die restlichen Aktionäre herausdrängen kann.

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