Marktschlussbericht: Börse Frankfurt
US-Konjunkturdaten lassen Dax einknicken

Enttäuschende US-Konjunkturdaten haben den Dax im späten Handel in die Knie gezwungen. Der Leitindex schloss 1,5 Prozent schwächer und verteidigte die 4 800-Punkte-Marke nur knapp. Der aktuelle Vertrauensverlust der US-Konsumenten trübt die Hoffnung, dass die Konjunktur tatsächlich auf dem Weg der Besserung ist. Etwas gestützt wurde der Markt wieder durch Aktienkäufe von Fonds.

HB FRANKFURT. Der Dax schloss am Dienstag bei 4 808 Punkten satt im Minus, nachdem er über weite Strecken des Handels seitwärts tendiert hatte. Der MDax fiel um 0,51 Prozent auf 5 754 Punkte. Der TecDsx hielt sich hingegen in der Gewinnzone und schloss mit plus 0,31 Prozent auf 626,89 Zählern.

Händler verwiesen zur begründung für die späten Kursverluste auf die „katastrophalen“ Daten zum US-Verbrauchervertrauen. „Der Rückgang des Verbrauchervertrauens in diesem Ausmaß wirft die Hoffnung zurück, dass wir auf dem Weg der Besserung sind“, sagte ein Aktienhändler. „Die Erholung der Wirtschaft steht im Wesentlichen auf den Beinen der Konsumenten - wenn die aber nicht konsumieren, sondern sparen, dann „Gute Nacht' für die Wirtschaftserholung.“ In den USA hatte sich die Stimmung der Verbraucher in diesem Monat überraschend eingetrübt. Der vom Conference Board ermittelte Index war von revidiert 54,8 Punkten im Vormonat auf 49,3 Punkte gesunken. Volkswirte hatten indes mit einem Anstieg auf 57,0 Punkte gerechnet.

Zocken mit Arcandor

Große Erleichterung herrschte hingegen bei Quelle: Mit einem staatlichen Kredit über 50 Millionen Euro wurde das Ende des insolventen Versandhauses in letzter Sekunde abgewendet. Die EU- Kommission genehmigte den Notkredit am Dienstagnachmittag. Die Aktien des Mutterkonzerns Arcandor-Aktien schlossen mit minus 1,61 Prozent auf 0,610 Euro. Marktexperte Heino Ruland von Ruland Research bezeichnete den Titel als „reines Zockerpapier“ an und hat ihn - wie zahlreiche andere Analysten auch - aus seiner Bewertung herausgenommen. „In Arcandor sind nur noch Spekulanten und Zocker drin, die den Kurs entsprechend der Nachrichten in die eine oder andere Richtung treiben“, sagte er. Bei einem „Pennystock“, zu dem Arcandor geworden sei, sei dies mit geringem Kapitalaufwand recht leicht möglich.

Warten auf die Scheichs

Auch die Aktien von Porsche rückten erneut in den Blick. Sie gewannen 2,88 Prozent auf 47,80 Euro. Der Sportwagenbauer stellt keinen neuen Kreditantrag bei der KfW, sondern will Gespräche über alternative Finanzierungsmöglichkeiten aufnehmen. Zuvor hatte Porsche mitgeteilt, dass der Staatsfonds des Emirats Katar (QIA) schriftlich seinen Einstieg angeboten habe und dass nun über den Preis verhandelt werde.

Die im Dax notierten VW-Stämme fielen mit minus 4,00 Prozent auf 241,14 Euro ans Index-Ende. Laut der „Financial Times Deutschland“ ist Katar an den Optionen von Porsche auf VW-Aktien interessiert, wie aus dem schriftlichen Angebot des Staatsfonds hervorgeht. „Wenn Katar die Optionen übernimmt und dann rund 20 Prozent an VW hält, dann fiele der Streubesitz unter zehn Prozent und die VW-Stammaktie flöge aus dem Dax“, begründet ein Analyst die Kursverluste.

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