Marktschlussbericht Börse New York
Verbraucherstimmung schickt Wall Street ins Minus

Schlechte Konjunkturdaten haben die US-Börsen zum Wochenausklang wieder auf Talfahrt geschickt. Das Verbrauchervertrauen in den USA ist im August so stark geschwunden wie seit März nicht mehr. Boeing verdarb zudem mit weiteren Problemen beim Dreamliner die Kauflaune.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der US-Standardwerte ist am Freitag nach einer durchwachsenen Woche mit einem Minus von 0,8 Prozent auf 9 321 Punkte aus dem Handel gegangen, nachdem er im Verlauf zwischen 9 232 und 9 401 Punkten gependelt war. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 0,9 Prozent auf 1 004 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte 1,2 Prozent auf 1 985 Punkte ein.

Schwaches Vertrauen, schwacher Einzelhandel

Das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes hat sich Anfang August unerwartet eingetrübt. Der entsprechende Index von Reuters und der Universität Michigan fiel nach vorläufigen Berechnungen auf 63,2 Punkte von 66,0 Zählern im Vormonat und damit auf den tiefsten Stand seit März. Volkswirte hatten dagegen sogar mit einem Anstieg auf 68,5 Punkten gerechnet. Die Verbraucher schätzten ihre Vermögen deutlich schlechter ein als im Vormonat. Noch nie in der 60-jährigen Geschichte der Umfrage hätten weniger Verbraucher angegeben, dass sich ihre finanzielle Situation verbessert habe, teilten die Forscher mit. Viele machten den anhaltenden Arbeitsplatzabbau, kürzere Arbeitszeiten und geringere Lohnsteigerungen dafür verantwortlich. Die Aussichten für die Wirtschaft beurteilten die Konsumenten dagegen optimistischer.

Niemand erwarte, dass die Verbraucher die USA bald aus der Rezession herausführten, aber ein solcher Vertrauensschwund habe wirklich Folgen für die Märkte, begründete Tim Ghriskey von Solaris Asset Management den Abwärtssog. Die Zuversicht der Konsumenten werde erst wieder zurückkehren, wenn die Arbeitslosigkeit abnehme, so Chad Morganlander. Der Konsum macht zwei Drittel der US-Wirtschaft aus.

Die Zahlen passten zu den schlechten Einzelhandelsdaten vom Donnerstag und zur Bilanz von JC Penney. Der Einzelhändler verbuchte im zweiten Geschäftsquartal einen Nettoverlust von einer Million Dollar nach einem Gewinn von 117 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum und gab einen schlechten Ausblick. Die Aktie fiel 6,2 Prozent.

Die Modekette Abercrombie & Fitch legte dagegen an Wert zu, obwohl sie einen Quartalsverlust und einen Umsatzeinbruch um 23 Prozent verbucht hat. Der Konzern erklärte, er sei bei seiner Expansionsstrategie auf Kurs. Die Aktie stieg um 3,9 Prozent.

Dreamliner verursacht Albträume

Die Boeing-Aktie brach wegen der Produktionsprobleme beim neuen Flaggschiff 787 um 3,8 Prozent ein.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,1 Milliarden Aktien den Besitzer. 859 Werte legten zu, 2.159 gaben nach und 93 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,9 Milliarden Aktien 585 im Plus, 2.084 im Minus und 111 unverändert.

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