Marktschlussbericht Börse Tokio
Gewinnmitnahmen werfen den Nikkei zurück

Leichte Gewinnmitnahmen werfen Japans Börse zum Wochenauftakt etwas zurück. Vor allem Chiphersteller fallen zurück. In anderen Sektoren sieht es dagegen freundlicher aus: Im Immobiliensektor beflügelt eine Analystenempfehlung die Kurse, im Tabaksektor honorieren die Anleger Übernahmepläne.

HB TOKIO. Der japanische Aktienmarkt ist ebenso wie die meisten anderen asiatischen Börsen mit Verlusten in die Woche gestartet. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio 0,95 Prozent im Minus bei 10 039 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 0,4 Prozent auf 946 Punkte.

Analysten in Tokio sprachen angesichts der moderaten Verluste von einer Atempause, nachdem die Börsen der Region seit Anfang März mehr als 60 Prozent zugelegt hatten. Obwohl eine optimistische Grundstimmung weiter anhielt, rückten Konjunktursorgen wieder stärker in den Vordergrund. "Wir haben bestätigt, dass die Märkte ihren Tiefpunkt überschritten haben, aber wir müssen noch sehen, wie stark die Erholung ausfällt und brauchen klare Beweise, dass sie weitergeht", sagt Masayoshi Okamoto, Leiter des Handels bei Jujiya Securities. Nach dem Erreichen der 10 000er-Marke geben es viele Leute, die Gewinne mitnehmen wollten.

Da die US-Börsen am Freitag nur leicht im Plus geschlossen hatten, kam von dieser Seite kaum Unterstützung für japanische Aktien. Im Gegenteil: Viele Investoren hielten sich zurück, weil sie wichtige US-Konjunkturdaten im Wochenverlauf abwarten wollen. Am Dienstag stehen die Hausverkäufe im Mai sowie Produzentenpreise und Daten zur Industrieproduktion auf dem Kalender, einen Tag später werden neue Konsumentenpreise veröffentlicht.

Kursverluste gab es zum Wochenauftakt in Tokio vor allem bei den Aktien von Halbleiterherstellern. Grund waren Aussagen des US-Konkurrenten National Semiconductor kurz vor dem Wochenende: Das Unternehmen erfüllte mit seinen Quartalszahlen zwar die Erwartungen der Wall Street, aber der Ausblick fiel im Vergleich zum Konkurrenten Texas Instruments skeptischer aus. Im Nikkei litten darunter die Aktien von Advantest und Tokyo Electron, die jeweils fast fünf Prozent nachgaben.

Schwächer präsentierten sich auch Finanzwerte - allen voran die Titel von Sumitomo Mitsui Financial Group. Diese verloren 6,7 Prozent, nachdem die Wirtschaftszeitung "Nikkei" berichtet hatte, dass Japans größte Bank in einer Kapitalerhöhung mehr als 900 Billionen Yen (rund 6,5 Mrd. Euro) aufnehmen werde und womöglich sogar die Trillionengrenze erreiche.

Zu den großen Gewinnern am Markt zählten hingegen Titel aus dem Immobiliensektor. Grund war eine Kaufempfehlung der Analysten vom Daiwa Institute of Research. Sie hoben ihre Empfehlung für den Immobiliensektor von "neutral" auf "overweight" und begründeten dies mit anhaltenden Verbesserungen auf den Kreditmärkten und der weltweiten Zuversicht. In der Folge legten die Aktien von Sumitomo Realty & Development rund sieben Prozent zu, die des Konkurrenten Tokyo Land gewannen 6,5 Prozent. Im Blick stand auch der Schweizer Zementkonzern Holcim, der sein Geschäft in Australien und China ausbaut.

Gegen den Markttrend stemmten sich auch die Aktien von Japan Tobacco, die um mehr als sieben Prozent zulegten. Der weltweit drittgrößte Tabakhersteller hatte am Freitag angekündigt, dass er die britische Tabakblatt-Firma Tribac Leaf kaufen werde, um eine stabile Versorgung mit Tabakblättern zu sichern.

An den anderen asiatischen Börsen dominierten wie in Japan die Minuszeichen. Am härtesten erwischte es den Leitindex in Taiwan, der aufgrund seiner hohen Abhängigkeit von Chipaktien um 3,5 Prozent einbrach. Auch hier standen Technologie-Aktien stark unter Druck, aber nach deutlichen Gewinnen der vergangenen Monate trennten sich die Investoren von Werten vieler Branchen. Auch die Aktienmärkte in Korea, Hongkong, Singapur und Australien gaben nach. Der Aktienmarkt in Shanghai legte dagegen knapp 0,4 Prozent zu.

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