Marktschlussbericht Börse Tokio
US-Banken-Rettung wirkt bis nach Asien

Positive Vorgaben aus den USA haben die Börsen in Asien am Freitag beflügelt. Weitere Milliardenhilfen für die Bank of America führten dazu, dass der Nikkei seine Gewinne deutlich ausbaute. Ein Rückgang des Yen-Kurses stütze die Exportwerte und versetzte die Anleger in Kauflaune.

HB TOKIO. Zum Wochenschluss legte der Nikkei-Index der 225 führenden Werte um 2,6 Prozent auf 8 230 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 2,8 Prozent auf 817 Zähler. Auch die Aktienmärkten in Südkorea, Hongkong, Shanghai, Taiwan und Singapur notierten fester.

Am Vorabend hatte der Dow-Jones-Index in New York seine sechstägige Verlustserie beendet und nach kräftigen Anfangsverlusten letztlich 0,2 Prozent fester geschlossen. Auch der S&P-500 und die Nasdaq legten zu.

Die US-Regierung gab rund eine Stunde vor Handelsschluss in Tokio weitere Hilfen für die Bank of America bekannt. Die Bank werde eine Finanzspritze über 20 Milliarden Dollar erhalten, teilte das Finanzministerium mit. Außerdem solle das Institut Garantien über Wertpapierverluste über 118 Milliarden Dollar erhalten, um die Übernahme von Merrill Lynch besser zu verkraften. "Das zeigt den Investoren, dass die US-Regierung tun wird, was nötig ist", sagte Händler Tomomi Yamashita.

Mit Spannung erwarteten die Händler nun die Quartalszahlen der US-Institute. Die Bank of America zog ihre eigentlich für Dienstag geplante Bilanzpräsentation auf Freitag vor. Auch die Citigroup wollte ihrer Quartalszahlen früher als ursprünglich vorgesehen bereits am Freitag veröffentlichen. Analysten rechnen damit, dass die einst größte US-Bank das fünfte Quartal in Folge einen Milliardenverlust ausweisen muss.

Nach der erneuten Rettungsaktion setzten viele Händler auch auf ein umfangreiches zweites Konjunkturpaket des künftigen Präsidenten Barack Obama. "Die Einzelheiten des neuen Regierungsprogramm könnten zu einer weiteren Erholung der Aktienmärkte führen", sagte Analyst Yutaka Miura. "Allerdings könnte es nächsten Monat wegen schlechter Wirtschaftsdaten schon wieder bergab gehen."

Die weltweite Konjunkturflaute ließ den Gewinn von Intel zwar im vierten Quartal einbrechen. Doch äußerte sich der weltgrößte Chiphersteller optimistisch darüber, im zweiten Halbjahr wieder gesunde Umsatzrenditen vorzuweisen. Davon profitierte auch der Chipsektor in Tokio. Die Papiere des Ausrüsters Tokyo Electron zogen 8,5 Prozent an. Die Aktien von Advantest stiegen um gut vier Prozent.

Auch andere Exportwerte legten zu. So gewannen die Titel des Unterhaltungselektronikgiganten Sony 4,8 Prozent. Toyota-Aktien kletterten um sechs Prozent. Der weltgrößte Autobauer kündigte an, die Produktion in mehreren Werken in Nordamerika zurückzufahren, um angesichts der Absatzkrise die Lagerbestände dort zu halbieren. Auch Rivale Honda legte zu, seine Papiere stiegen um acht Prozent.

Nach der Zinssenkung der EZB tendierte der Euro in Fernost fester. Die Gemeinschaftswährung legte deutlich zu auf 1,3232 Dollar. Auch zur japanischen Währung gewann der Euro auf 110,70 Yen. Allerdings kritisierten einige Analysten, das die Europäische Zentralbank im Kampf gegen die Konjunkturflaute nicht aggressiv genug handle. Dies habe die Gewinne des Euro begrenzt. Der Dollar legte auf 90,45 Yen zu.

Die EZB hatte am Donnerstag den Leitzins wie an den Finanzmärkten erwartet um einen halben Prozentpunkt auf zwei Prozent gesenkt. Dies ist der tiefste Stand seit 2005, aber immer noch weitaus höher als in den USA oder Japan, wo die Zinsen inzwischen bei oder nahe Null liegen.

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