Marktschlussbericht
Dax schraubt Jahreshoch auf 6 011 Punkte

Es ist vollbracht: Kurz vor Jahresende schafft der Dax tatsächlich noch den Sprung über die 6 000 Punkte-Marke. Der Satz über die als psychologisch wichtig eingestufte Barriere ist bei Börsianern Anlass für schöne Hoffnungen. Der Aufwärtstrend sei weiterhin ungebrochen, sagen sie. Immerhin verteidigt der Leitindex die 6 000 bis zum Schluss.
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HB FRANKFURT. Anleger dürfen sich heute über eine verspätete Bescherung freuen. Erstmals seit Ende September ist der Dax am Montag wieder über 6 000 Punkte gestiegen. Bei geringen Umsätze kletterte der Leitindex am drittletzten Handelstag des Jahres um knapp ein Prozent bis auf 6 011 Punkte und lag damit fast 25 Prozent höher als zum Vorjahresschluss. Vom Jahrestief von 3 588 Punkte, das er im März erreicht hatte, hat sich der Index damit um über 65 Prozent abgesetzt. "2009 war bei weitem kein so miserables Jahr, wie viele prognostiziert hatten", sagte ein Händler. Viele Börsianer sind für 2010 nun zuversichtlich, dass sich die Kurserholung fortsetzt. Auch der Eurostoxx50 der größten Börsenwerte aus der Euro-Zone stieg auf ein 15-Monats-Hoch.

Ruhiger Handel

Es gelang dem deutschen Leitindex zwar nicht, sich deutlicher abzusetzen. Doch am Schluss notierte der Dax nach ruhigem Handel mit 0,76 Prozent im Plus bei 6 002 Zählern. Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank kommentierte: "Die Psychologie hat gesiegt. Die endlich erreichte 6 000-Marke ist ein deutlich positives Stimmungssignal. Natürlich ist "Window Dressing' im Spiel. Dennoch ist das Ganze auch ein Signal an das nächste Jahr: Man will noch weiter nach oben."

Unter "Window Dressing" verstehen die Experten Kurse beeinflussende Maßnahmen, wenn etwa Fonds-Manager besonders gut gelaufene Werte kaufen, um diese zum Jahresende in ihren Depots zu haben. Börsianer wollten die Bewegung angesichts des geringen Handelsvolumens aber nicht überbewerten. Viele Marktteilnehmer haben ihre Bücher bereits geschlossen, und der "Bank Holiday" in London lässt zum Wochenauftakt weitere Aufträge wegfallen.

Noch 200 Punkte unter dem Vor-Lehman-Niveau

Auch der EuroStoxx50 der größten Börsenwerte aus der Euro-Zone erreichte mit 2984 Zählern ein 15-Monats-Hoch. Auslöser der Kursgewinne waren die guten Vorgaben aus Asien. In New York notierten die großen Indizes zum Handelsschluss in Europa etwa 0,2 Prozent höher.

Händler in Frankfurt beklagten allerdings die extrem geringen Umsätze, was auch mit einem Feiertag in London zu tun hatte. Doch selbst wenn die Londoner Börse am Dienstag wieder geöffnet hat, dürfte sich kaum jemand an den verbleibenden Handelstagen aus der Deckung trauen, erklärten Händler. So wird in Deutschland nur noch am Dienstag den ganzen Tag gehandelt, am Mittwoch schließt der Xetra-Handel um 14.00 Uhr, und an Silvester bleibt die Frankfurter Börse ganz geschlossen.

Im Dax wie im EuroStoxx waren die Versorgerwerte gesucht. Eon führten mit einem Plus von 1,8 Prozent die Gewinnerliste im Dax an. In Paris lagen GDF Suez mit 1,8 Prozent ebenfalls ganz vorne. Zudem waren einige Stahlwerte gesucht, da die Branche im Falle einer Konjunkturerholung als erste profitieren dürfte. Auch Siemens zählten mit einem Plus von 1,8 Prozent zu den größten Gewinnern.

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