Marktschlussbericht Frankfurt
Dax: Anleger halten die Taschen zu

Die deutschen Investoren haben sich am Dienstag angesichts der bevorstehenden Quartalsberichte von Branchengrößen wie Intel oder JPMorgan nicht aus der Deckung getraut. Nach der Enttäuschung über die schwachen Quartalszahlen von General Electric (GE) in der vergangenen Woche wollten die Anleger nicht wieder böse überrascht werden.

HB FRANKFURT. Da in den kommenden Tagen zahlreiche Quartalsberichte veröffentlicht werden, „halten die Anleger die Taschen zu“, sagte ein Händler. Der deutsche Aktienindex notierte am Abend 0,5 Prozent höher bei 6 585 Punkten. Der europäische Stoxx50 schloss ebenfalls ein halbes Prozent höher bei 3 089 Zählern. Wegen der niedrigen Umsätze dürften die Kursgewinne des Dax nicht überbewertet und schon gar nicht als Trendwende verstanden werden, warnten Börsianer. Dagegen spreche auch der Ölpreis, der im Laufe des Tages immer weiter stieg und neue Rekordmarken erreichte.

Das leichte Plus verdankten die Börsen vor allem Daten aus dem US-Bundesstaat New York. Diese zeigten, dass die dort ansässigen Industrieunternehmen im April mehr produzierten als erwartet - das sorgte zur Eröffnung an der Wall Street für steigende Kurse. Allerdings schmolzen die Kursgewinne an den US-Börsen zusehends dahin, und zu Handelsschluss in Europa lag der Dow-Jones-Index 0,2 Prozent niedriger, ebenso wie der S&P-500.

Zu den größten Gewinnern in Europa zählten die Aktien der europäischen Einzelhändler. Der entsprechende Branchenindex notierte 1,6 Prozent höher, angeführt von Tesco mit einem Plus von 7,3 Prozent. Der größte Einzelhändler Großbritanniens verbuchte im vergangenen Jahr mit 2,75 Mrd. Pfund (rund 3,42 Mrd. Euro) einen Rekordgewinn und will in diesem Jahr sogar noch mehr verdienen - ungeachtet fallender Hauspreise und besorgter Verbraucher am britischen Markt. „Die waren sehr gut“, lobte ein Händler die Zahlen. Auch die Metro-Aktie verdankte Börsianern zufolge ihr Plus von 2,4 Prozent auf 49,22 Euro der Sogwirkung der Tesco-Zahlen.

Ähnlich hohe Kursgewinne verzeichnete auf Branchenebene nur der Sektor Öl und Gas. Vor der Küste Brasiliens war das wohl größte Erdöl-Vorkommen seit 30 Jahren entdeckt worden. Haupteigentümer des Feldes ist die staatliche Ölgesellschaft Petrobras, aber auch die britische BG Group und Repsol sind an dem Projekt beteiligt. Die Aktienkurse der beiden Konzerne legten daraufhin kräftig zu: Repsol verbuchten einen Kursgewinn von fast zehn Prozent, BG Group gewannen 5,4 Prozent.

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