Marktschlussbericht Frankfurt
Dax beendet turbulente Bösenwoche über 7 600 Punkten

Ein zunehmendes Übernahmeinteresse an der Postbank hat am Freitag die Anleger an den deutschen Aktienmarkt gelockt. Unterstützt von Kursgewinnen des umworbenen Instituts schloss der Dax 0,6 Prozent im Plus bei 7 608 Punkten. Die Anleger griffen vor allem bei den zuletzt kräftig gefallenen Werten aus der zweiten Börsenreihe zu. Der MDax gewann 2,2 Prozent, der TecDax 0,9 Prozent.

HB FRANKFURT. Börsianer sprachen nach dem starken Auf und Ab in den vergangenen Tagen von einem ruhigen Geschäft zum Wochenausklang. Zunehmende Sorgen über hohe Belastungen aus der US-Hypothekenkrise und aufkommende Rezessionsängste in den USA hatte viele Investoren nervös gemacht. „Die Feiertagspause in Tokio und New York hat zumindest ein bisschen Ruhe reingebracht“, sagte ein Händler. Am Freitag blieb die Börse in Tokio wegen eines Feiertages geschlossen. An der Wall Street wurde am Brückentag nach Thanksgiving nur bis zum Mittag gehandelt.

Übernahmespekulationen trieben die Postbank-Aktien 4,1 Prozent nach oben. Nach der Deutschen Bank hat nun auch die Commerzbank Interesse an der Post-Tochter angemeldet. Händler verwiesen zudem auf eine Studie von Merrill-Lynch-Analysten, die die Titel der Postbank auf ihre bevorzugte Kaufliste genommen hatten. Außerdem habe Post-Chef Klaus Zumwinkel geschickt die Übernahme-Karte gespielt. „Zumwinkel hat die Euphorie bei der Postbank angestachelt, ohne aber tatsächlich die Postbank unmittelbar zum Verkauf zu stellen“, kommentierte ein Händler. Die Post-Aktie gewann 3,7 Prozent.

Die Finanzwerte erholten sich etwas von ihren teils heftigen Kursverlusten im Wochenverlauf. Die Aktien der Deutsche Bank gewannen 1,6 Prozent, die Titel der Commerzbank stiegen um zwei Prozent. Allein an den vergangenen fünf Handelstagen hatten die Commerzbank-Papiere fast elf Prozent verloren.

Schlusslicht im Dax waren die Papiere von Henkel mit einem Abschlag von 1,5 Prozent. Händler sprachen von anhaltenden Spekulationen über eine Kapitalerhöhung des Konsumgüterherstellers.

Im MDax schossen die Titel der IKB um elf Prozent nach oben. Händler machten für den Kurssprung eine technische Erholung nach den zuletzt massiven Verlusten verantwortlich. Unterdessen kann die angeschlagene Mittelstandsbank Finanzkreisen zufolge offenbar nicht mit weiteren Finanzspritzen der deutschen Kreditwirtschaft rechnen. Spekulationen über eine Anteilsaufstockung eines Großaktionärs halfen den Aktien von Gea um 8,5 Prozent nach oben. „Es gibt ein Gerücht, wonach Kuwait seinen Anteil an Gea auf 25 Prozent aufstocken will“, sagte ein Händler. „Das ist ein typisches Freitagsgerücht. Man kann es glauben, muss es aber nicht.“ Ein anderer Börsianer erklärte den Kursanstieg bei Gea mit einer technischen Erholung nach der jüngsten Talfahrt.

Der zeitweilige Anstieg des Euro auf über 1,49 Dollar brachte die Aktien von stark vom Export abhängigen Unternehmen unter Druck. Der Düngemittel- und Salzspezialist K+S schraubte wegen des schwachen Dollar seine Jahresprognose zurück. Die Aktie verlor daraufhin 4,1 Prozent.

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS, der die Geschäfte seiner Flugzeugtochter Airbus in Dollar abwickelt, erwägt wegen der Dollarschwäche eine Verschärfung seines Sparkurses. „Wir haben ein gravierendes Dollar-Problem“, erklärte Airbus-Chef Thomas Enders. Das Sparprogramm „Power 8“ sei auf einen Dollarkurs von 1,30 bis 1,35 ausgerichtet. „Natürlich müssen wir über Anpassungsmaßnahmen nachdenken. Das tun wir.“ EADS-Aktien drehten daraufhin ins Plus und schlossen 0,9 Prozent höher.

Deutsche Aktien legen im späten Handel weiter zu

Die meisten deutschen Aktien haben am Freitag ihre Kursgewinne im späten Parketthandel ausgebaut. Der L-Dax schloss bei 7 614,34 Zählern, nachdem der Leitindex auf Xetra 0,62 Prozent auf 7 608,96 Zähler gewonnen hatte. Der L-MDax notierte zum Schluss bei 9 311,15 Punkten. Im elektronischen Handel war der Index der mittelgroßen Werte um 2,20 Prozent auf 9 286,80 Punkte gestiegen. Der L-TecDax ging mit 886,65 Punkten aus dem Handel. Im elektronischen Geschäft war der Technologiewerte-Index um 0,86 Prozent auf 881,24 Punkte vorgerückt.

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