Marktschlussbericht Frankfurt
Dax behauptet 5900-Punkte-Marke knapp

Gestützt durch Käufe auf ermäßigtem Niveau hat der deutsche Leitindex am Mittwoch knapp behauptet geschlossen und sich damit von zwischenzeitlich deutlicheren Verlusten erholt. Zuvor hatte der anhaltend hohe Ölpreis die Anleger verunsichert und vor allem bei den Nebenwerten zu Gewinnmitnahmen geführt.

HB FRANKFURT. Im Schlepptau der Wall Street erholten sich die Standardwerte am Nachmittag von ihren Tagestiefstkursen, schlossen aber überwiegend unter dem Vortagesniveau. „Der große Abwärtsdruck scheint erst einmal weg zu sein, aber die Stimmung bleibt angeschlagen“, sagte ein Händler. Der Dax verlor sieben Zähler auf 5901 Punkte (-0,12 Prozent). Vor einer Woche hatte der Index noch klar über 6000 Punkten notiert. Der MDax verlor 1,03 Prozent auf 8 526,98 Punkte und der TecDax sank um 0,59 Prozent auf 716,20 Zähler.

„Unsicherheiten um den Atomstreit mit dem Iran und die Sorge vor steigenden Leitzinsen haben eine Korrektur ausgelöst“, sagte Marktstratege Markus Morsch von der Commerzbank. Am Markt seien diese Faktoren als willkommene Gelegenheit wahrgenommen worden, aufgelaufene Gewinne mitzunehmen. Fundamental seien höhere Bewertungen aber weiterhin zu rechtfertigen.

Ähnlich argumentierte ein weiterer Börsianer: „Mit dem wieder hohen Ölpreis und der wachsenden Angst der Anleger vor einem Schlag der Amerikaner gegen den Iran gibt es im Moment genug Gründe, die Gewinne der letzten Wochen zu realisieren.“ Schon am Vortag hatte der Dax wegen des hohen Ölpreises Federn gelassen, so dass viele Anleger im Kursrückgang der Blue Chips auch eine Chance sahen. „Viele haben die Dax-Entwicklung in diesem Jahr verpasst, und denen bot der Rückschlag gestern und heute Vormittag eine günstige Einstiegsmöglichkeit“, erklärte ein Händler die Erholung des Leitindex. Zudem zogen an der Wall Street die Kurse leicht an. Technische Analysten sehen bei 5 880 Punkten eine Unterstützung und Widerstände ab 5 970 Punkten.

Nach dem unerwarteten Rückgang der US-Benzinreserven erreichte der Preis für das Fass (159 Liter) Nordsee-Öl Brent mit fast 70 Dollar erneut ein Rekordhoch. Ein Barrel US-Leichtöl kostete mit rund 69 Dollar nur knapp zwei Dollar weniger als im August 2005, als der Hurrikan „Katrina“ die Golfküste der USA heimgesucht und die Öl- und Benzinversorgung der weltgrößten Volkswirtschaft unterbrochen hatte. Neben der eingeschränkten Ölförderung in Nigeria gilt der Streit um das Atomprogramm des Iran als Hauptursache für den Anstieg des Preises.

Größter Dax-Gewinner waren die Aktien der Deutschen Börse mit einem Plus 1,5 Prozent. Durch den Einstieg der US-Technologiebörse Nasdaq beim Londoner Börsenbetreiber LSE seien die Spekulationen um eine Konsolidierung der europäischen Börsenlandschaft wieder angeheizt worden. „Jetzt wird eine Fusion mit der Euronext wohl wahrscheinlicher“, sagte ein Händler. Zwischen der Deutschen Börse und der in Paris ansässigen Vierländerbörse laufen bereits Fusionsgespräche. LSE-Titel legten in London mehr als 15 Prozent zu, Euronext stiegen in Paris um sechs Prozent.

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