Marktschlussbericht Frankfurt
Dax: Quartalszahlen-Flut lässt Anleger kalt

Auch eine große Zahl von Unternehmensbilanzen hat am Donnerstag nicht den erhofften Schwung in den deutschen Aktienhandel gebracht. Der Dax beendete den Handel nahezu unverändert bei 7 081 Punkten. "Die Fülle von Quartalszahlen ließ den Markt weitgehend kalt. Alle warten, bis ein Event den Markt aus seiner Spanne von 7 000 bis 7 100 Punkten ausbrechen lässt", sagte Helaba-Marktanalyst Christian Schmidt.

HB FRANKFURT. Der Europa-Index Stoxx50 legte 0,4 Prozent auf 3 269 Punkte zu. Die mit Spannung erwarteten Konjunkturdaten aus den USA vermittelten kein einheitliches Bild von der Lage der weltgrößten Volkswirtschaft. Während die Industrieproduktion und der Stimmungsindikator der Industrie in der Region New York stärker als erwartet sanken, legte der Konjunkturindex Philly-Fed deutlicher als von Experten prognostiziert zu. "Es ist damit gut möglich, dass sich die USA im Moment auf dem Tiefpunkt der derzeitigen ausgeprägten Konjunkturdelle befinden", urteilte Postbank-Analyst Heinrich Bayer.

Die US-Börsen zeigten zum Handelsschluss in Europa wenig Bewegung. Der Dow-Jones-Index notierte unverändert, der Nasdaq-Composite 0,3 Prozent höher. Für Gesprächsstoff an der type="unknownISIN" value="Wall AG">Wall Street sorgte einmal mehr Yahoo. Der Investor Carl Icahn drängt die Geschäftsführung des Internetkonzerns, das Übernahmeangebot von Microsoft doch noch anzunehmen. Yahoo-Aktien stiegen zeitweise um rund ein Prozent.

Größte Gewinner im Dax waren die Titel von Postbank und Deutscher Post, die drei beziehungsweise 2,7 Prozent zulegten. Post-Titel profitierten Börsianern zufolge von der Aussicht auf eine Wende im schwächelnden US-Geschäft. Der Kurs der Postbank-Aktie wurde Händlern zufolge von Gerüchten beflügelt, die Allianz wolle ein Gebot für die Post-Tochter abgeben, um das Institut mit der Dresdner Bank zu verschmelzen. Dagegen brachen an der Börse in Brüssel die Aktien der belgischen Großbank KBC um fast sechs Prozent ein. "Das Geschäft mit den Firmenkunden und der Handel sind eine Enttäuschung", kommentierte Analyst Ivan Lathouders von der Bank Degroof den Zwischenbericht.

Gekauft wurden die Anteilsscheine von Adidas, die gut zwei Prozent zulegten. "In der Regel laufen Sportartikelhersteller vor Ereignissen wie der Fußball-EM oder der Olympiade sehr gut", sagte ein Händler. Die Aktien des Konkurrenten Puma gewannen im Nebenwerteindex MDax 2,8 Prozent.

Ganz oben auf der Verkaufsliste im Dax standen die Aktien von Bayer und MAN mit Abschlägen von jeweils 1,7 Prozent. Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer nimmt nach negativen Studienergebnissen sein umstrittenes Herzmedikament Trasylol vom Markt. Bei den Aktien von MAN strichen Anleger Händlern zufolge Gewinne ein.

Hingegen waren in Zürich die Anteilsscheine der Pharmakonzerne Novartis und Roche gefragt und stiegen um 1,7 beziehungsweise 2,5 Prozent. Händler verweisen auf positive Studiendaten und Analystenempfehlungen.

Die Thyssen-Krupp-Aktien gaben in Reaktion auf die enttäuschenden Geschäftszahlen des kleineren Konkurrenten Salzgitter ein Prozent ab. Die Salzgitter-Aktien waren mit einem Minus von gut drei Prozent größter Verlierer MDax. "Es ist wie bei Thyssen-Krupp: Der Boom in der Branche läuft so langsam aus", sagte ein Börsianer.

Größter Gewinner im französischen Leitindex CAC40 waren die Titel des Medienkonzerns Vivendi mit einem Plus von fünf Prozent. Der größte europäische Unterhaltungskonzern hatte am Vorabend einen Gewinnrückgang bekanntgegeben, der geringer als von Analysten erwartet ausgefallen war.

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