Marktschlussbericht Frankfurt
Dax rettet kleines Plus in den Feierabend

Schlechte Nachrichten aus der Finanzbranche, der Sturzflug des Euro und gute Konjunkturdaten aus den USA haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag auf Berg- und Talfahrt geschickt. Nach mehreren Richtungswechseln ging der Dax am Abend bei 7 019 Punkten mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent aus dem Handel. Händler vermißten eine klare Tendenz.

HB FRANKFURT. Das Handelsvolumen im Dax betrug 113 (Montag: 102) Mill. Aktien, der Umsatz stieg auf 4,7 (4,3) Mrd. Euro. „Es zeichnet sich einfach keine klare Tendenz ab“, kommentierte ein Händler.

Am Morgen hatte ein Berichte über eine möglicherweise bald bevorstehende, milliardenschwere Kapitalerhöhung bei Lehman Brothers für fallende Kurse gesorgt. Dann aber hellten gute Konjunkturdaten aus den USA die Stimmung wieder auf, wie Händler sagten. Überraschend hatte die amerikanische Industrie im April mehr Aufträge erteilt bekommen als noch einen Monat zuvor. Zudem brachte die Kritik von US-Notenbankchef Ben Bernanke an den aktuellen Wechselkursen den Euro ins Rutschen, woraufhin der Ölpreis zurückfiel.

Die Aktien des Börsenbetreibers Deutsche Börse haben am Dienstag im Sog schwacher Handelszahlen für Mai kräftig verloren. Die Papiere waren mit einem Verlust von rund vier Prozent auf 87,66 Euro größter Dax-Verlierer. Am Vorabend hatte die Börse mitgeteilt, dass der Orderbuchumsatz auf dem Handelssystem Xetra im Mai auf 144,8 Mrd. Euro von 198,5 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum zurückgegangen sei. An allen Wertpapierbörsen in Deutschland wurden insgesamt 168 Mrd. Euro umgesetzt, ein Rückgang von zwölf Prozent. Mit 14,4 Mill. auf Xetra getätigten Geschäften lag der Mai sechs Prozent über Vorjahr, ging allerdings im Vergleich zum Vormonat April zurück.

„Wir werten die Xetra-Zahlen als sehr schwach“, urteilt LBBW-Analyst Martin Peter. „Für die Sommermonate rechnen wir mit einer Fortsetzung dieser Entwicklung, da die 2007er Basis - bedingt durch die Kreditkrise - entsprechend hoch ausfiel.“

Nach Einschätzung von Analyst Konrad Becker von Merck Finck sind die Zahlen aber kein Grund zur Panik. „Die rückläufigen Volumina beziehen sich auf Xetra beziehungsweise Aktien und dieser Bereich hatte 2007 einen Anteil am Gesamtumsatz von nur 20 Prozent“, erläuterte er. Das Derivategeschäft an der Eurex hingegen laufe weiter gut. An der Terminbörse Eurex als weitaus wichtigerem Umsatzbringer wurden im Mai 194,6 Mill. Kontrakte gehandelt, was ein Plus zum Vorjahresmonat von 24,5 Prozent bedeutet. Zudem könne man die monatlichen Handelszahlen nicht einfach auf das Jahr hochrechnen, das Schlussquartal werde voraussichtlich ausschlaggebend sein, kommentierte Becker. Die Deutsche Börse steuert eigenen Aussagen zufolge 2008 ein Rekordergebnis an. „Und da sind noch andere Faktoren ausschlaggebend, wie die geplanten Einsparungen und die niedrigere Steuerquote durch den Umzug nach Eschborn“, stellte Becker klar.

An der Wall Street zogen die Kurse an: Zu Handelsschluss in Europa notierte der Dow-Jones 0,2 Prozent höher. Der S&P-500-Index stieg um 0,4 Prozent, und der Nasdaq-Composite legte um 0,7 Prozent zu.

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