Marktschlussbericht Frankfurt
Dax schließt gut behauptet

Angeführt von den Aktien der Deutschen Börse hat der Leitindex Dax am Dienstag gut behauptet geschlossen. Er gewann bis Handelsende 0,34 Prozent auf 7 060 Punkte. Am Nachmittag waren Einzelhandelsdaten aus den USA überraschend gut ausgefallen. Allerdings wird an den Märkten ein ganz anderes Problem unterschätzt.

HB FRANKFURT. Der MDax der mittelgroßen Werte stieg um 0,35 Prozent auf 9 638,37 Zähler. Der TecDax verbuchte ein Plus von 0,81 Prozent auf 843,87 Punkte. In Reaktion auf Einzelhandelsdaten aus den USA hatte der Leitindex am Nachmittag etwas zugelegt, nachdem er zuvor leicht im Minus gelegen hatte. Die Umsätze im US-Einzelhandel ohne Berücksichtigung des Autosektors waren im April um 0,5 Prozent gestiegen, von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet.

Die Importpreise waren hingegen deutlicher gestiegen als erwartet, was Analysten zufolge einen stärkeren Inflationsdruck signalisierte. „Der Markt wird immer sensibler, was Inflationsdaten anbelangt, auch Fed-Offizielle hatten zuletzt betont, dass ihnen gar nicht gefällt, was an der Inflationsfront passiert. Diese Daten sensibilisieren den Markt dafür, dass eine Zinswende in den USA anstehen könnte“, sagte Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus. Das half dem Dollar: Der Euro gab ein wenig nach. Der Bund-Future weitete seine Verluste hingegen deutlich aus.

„Wir befinden uns im charttechnischen Niemandsland“, sagte ein Händler und sprach von nach wie vor ungewöhnlich niedrigen Umsätzen. Anders als in den vergangenen Monaten dominierten inzwischen nicht mehr Nachrichten vom Bankensektor die Stimmung, sondern die möglichen Auswirkungen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft. „Und da gibt es im Moment einfach kein klares Bild, entsprechend gibt es vor allem bei den kleineren Unternehmen auch immense Unterschiede in der Kursentwicklung. Da wird sehr stark selektiert.“

Für eine gewisse Erleichterung sorgte ein sinkender Ölpreis. Verglichen mit dem Rekord am Vortag bei mehr als 126 Dollar gab er um rund drei Dollar nach.

Größter Gewinner im Dax waren mit einem Plus von 4,7 Prozent die Aktien der Deutschen Börse, die von Spekulationen über eine Anteilsaufstockung des US-Hedgefonds Atticus getrieben wurden.

Die rote Laterne hielten die T-Aktien mit einem Abschlag von 2,3 Prozent. Händler verwiesen darauf, dass sich die staatliche Förderbank KfW von Telekom-Aktien trennen will und eine neue Umtausch-Anleihe begibt.

Das Handelsvolumen stieg zwar gegenüber Pfingstmontag auf 141 (Vortag 62) Millionen Aktien und der Umsatz auf 4,9 (2,6) Milliarden Euro. Händler klagten aber, dass dies verglichen mit den Umsätzen vor Jahresfrist extrem wenig sei.

An den US-Börsen notierte zum Handelsschluss in Europa der Dow-Jones-Index 0,6 Prozent im Minus, der Nasdaq-Composite lag 0,5 Prozent niedriger.

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