Marktschlussbericht Frankfurt
Dax schließt mit leichten Kursgewinnen

Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag einen Teil seiner Vortagesverluste wieder eingefahren. Der Dax schloss 0,58 Prozent fester bei 7 562 Punkten. Auch der MDax schaffte nach einem schwächeren Start den Sprung ins Plus und gewann 0,49 Prozent auf 9 086 Punkte. Das Geschäft lief sehr ruhig, da die US-Börsen wegen "Thanksgiving“ geschlossen sind.

HB FRANKFURT. Der Dax glich damit aber nicht einmal die Hälfte seiner Vortagesverluste aus. Unterstützung bekam der Index von den Pharmawerten. Die Titel gelten als nicht konjunktursensitiv und werden daher in schwierigen Zeiten ähnlich wie die Versorgerwerte von den Anleger als sicherer Hafen betrachtet. Zudem habe eine Empfehlung der Citigroup für den gesamten europäischen Gesundheitssektor einige Investoren angelockt. Größte Gewinner im Dax waren Bayer mit einem Aufschlag von 3,8 Prozent auf 57,38 Euro, Merck mit einem Plus von 3,4 Prozent auf 88,22 Euro und Fresenius Medical Care mit einem Tagesgewinn von 2,4 Prozent auf 36,67 Euro. Im MDax legten Stada 6,7 Prozent zu. Auch die im Dax schwer gewichteten Versorger profitierten von der Risikoscheu der Anleger. Eon -Aktien stiegen um gut ein Prozent, RWE um 0,6 Prozent.

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten zudem die Lufthansa -Aktien, die um 3,5 Prozent auf 17,78 Euro stiegen. Händler sagten, ein möglicher Zusammenschluss der von Lufthansa geführten Billigfluggesellschaft Germanwings mit dem Ferienflieger Tuifly werde positiv gesehen. Reuters erfuhr zudem aus Unternehmenskreisen, dass dabei auch die Lufthansa -Regionalflugtochter Eurowings einbezogen werden soll. Zudem gab der Lufthansa -Konkurrent Air France -KLM dank eines robusten weltweiten Wachstums einen unerwarteten Gewinnsprung bekannt.

Zu den Schlusslichten im Dax zählten dagegen die Aktien der Deutschen Börse, die Händlern zufolge aufgrund von Gewinnmitnahmen knapp zwei Prozent verloren. Gerüchte über eine angeblich anstehende Kapitalerhöhung drückten die Aktien von Henkel um drei Prozent. Der Kosmetikkonzern will im nächsten Jahr sein Klebstoffgeschäft mit der vier Mrd. Euro teueren Übernahme von Geschäften der ICI -Tochter National Starch ausbauen und dies voraussichtlich mit Fremdkapital finanzieren. Finanzchef Lothar Steinebach hatte sich zuletzt aber auch eine Kapitalerhöhung und den Verkauf von Beteiligungen offengehalten. "Bei uns gibt es nichts Neues“, kommentierte der Konzern die Gerüchte.

Der MDax stabilisierte sich am Nachmittag, nachdem er am Morgen die Talfahrt vom Vortag noch fortgesetzt und mit 8 931 Punkten ein Jahrestief erreicht hatte. Mit 9 086 Punkten ging der Nebenwerte-Index 0,5 Prozent höher aus dem Handel - am Vortag hatte er allerdings vier Prozent verloren. Nach starken Quartalszahlen und einem positiven Ausblick schossen die Titel der Beteiligungsgesellschaft Arques um bis zu 17 Prozent nach oben. Bis zum Handelsschluss schmolz der Kursgewinn auf 4,4 Prozent zusammen.

Der TecDax setzte seinen Abwärtstrend dagegen fort und verlor 0,6 Prozent auf 873 Zähler. Für ratloses Kopfschütteln sorgten die Aktien von GPC Biotech mit einem Kurssprung von zuletzt 32 Prozent auf 3,48 Euro. "Da gibt es keine Gerüchte, keine Nachrichten, das ist völlig unerklärbar“, sagte ein Händler. Seit das Unternehmen mit seinem Prostatakrebsmittel Satraplatin Schiffbruch erlitten hat, wird über die Zukunft von GPC Biotech an der Börse spekuliert. "Da wird viel gezockt“, sagte ein Händler.

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