Marktschlussbericht Frankfurt
Dax schließt nach starkem Schlussspurt mit leichten Gewinnen

Die Aussicht auf zunächst konstante oder gar weiter sinkende US-Zinsen hat Anleger am Mittwoch europaweit vorsichtig zu Aktien greifen lassen. Gedämpft wurden die zuletzt aufgekommenen Spekulationen auf steigende Zinsen in den USA durch die jüngsten Inflationsdaten aus der weltgrößten Volkswirtschaft.

HB FRANKFURT. Der Dax schloss nach einem umsatzarmen Handelstag 0,3 Prozent im Plus bei 7 083 Punkten, der Europa-Index Stoxx50 legte 0,6 Prozent auf 3 257 Punkte zu. Bei den deutschen Nebenwerten im MDax sorgten K+S, Lanxess und EADS mit Quartalszahlen für Schwung. Der MDax legte 1,8 Prozent zu.

Die Verbraucherpreise waren im April in den USA weniger stark als befürchtet gestiegen. "Die aktuellen Preisdaten dürften für ein gewisses Durchatmen bei den Verantwortlichen in der US-Notenbank sorgen", urteilte Postbank-Analyst Heinrich Bayer. In Reaktion auf die Daten stiegen die Kurse an der Wall Street.

Gefragt waren insbesondere Aktien von Unternehmen wie Banken, Einzelhändlern und Immobilienfirmen, die von steigenden Zinsen besonders betroffen wären. Die Titel des zweitgrößten US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac legten fast zehn Prozent zu, nachdem das Unternehmen für das erste Quartal einen geringeren Verlustanstieg als von Analysten erwartet verbucht hatte. An den US-Börsen notierten zum Handelsschluss in Europa der Dow-Jones-Index und der Nasdaq-Composite 0,9 Prozent höher.

Vom deutschen Markt berichteten Börsianer von einem ruhigen und volumenarmen Geschäft. "Wir haben heute schon wieder die Spanne der vergangenen Tage durchgemacht", sagte ein Händler.

Der Dax war am Morgen noch - angeschoben von Kursgewinnen der asiatischen Märkte - im Plus gestartet und zum Mittag ins Minus abgerutscht. Händler führten das Kursplus am Nachmittag unter anderem auf den Einstieg ausländischer Investoren zurück. "Es sind Investoren aus Amerika auf Markt", sagte ein Händler. Davon profitierten seinen Angaben zufolge unter anderem Aktien des Stahlkonzerns Thyssen-Krupp. Sie schlossen 1,8 Prozent im Plus, nachdem sie im Handelsverlauf bereits mehr als vier Prozent abgegeben hatten. Der Konzern hatte die Erwartungen von Analysten in etwa erfüllt, berichtete aber von Belastungen durch hohe Rohstoffpreise und Verzögerungen bei einem neuen Werk in Brasilien. In Amsterdam gewannen die Aktien von Stahl-Weltmarktführer ArcelorMittal nach einem Gewinnsprung im ersten Quartal gut vier Prozent.

Größter Dax-Verlierer waren die Aktien des Konsumgüterkonzerns Henkel mit einem Minus von 1,6 Prozent auf 28,87 Euro. "Die Aktien sind an einer Widerstandslinie von 30 Euro abgeprallt und jetzt werden Gewinne mitgenommen", erläuterte ein Händler.

Mit einem Kurssprung von knapp sechs Prozent reagierten die EADS-Aktien in Paris und Frankfurt auf einen höher als erwartet ausgefallenen Quartalsgewinn und die Bekräftigung der Jahresprognose. "Die positive Überraschung kam von Airbus", erklärte Landsbanki-Analyst Pierre Boucheny. Der Flugzeughersteller hatte beim operativen Gewinn die Erwartungen von Experten übertroffen.

In London gehörten die Aktien des Bergbaukonzerns BHP Billiton mit einem Plus von knapp fünf Prozent zu den größten Gewinnern. In die Höhe getrieben wurde der Kurs Börsianern zufolge von Gerüchten, dass sich ein oder mehrere chinesische Unternehmen an der Minengesellschaft beteiligen wollen. Unter anderem wurde spekuliert, dass sich der chinesische Aluminiumkonzern Chinalco an BHP beteiligen wolle. Chinalco ist der größte Anteilseigner des Minenkonzerns Rio Tinto, den BHP übernehmen will. Rio-Tinto-Titel legten 3,6 Prozent zu.

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