Marktschlussbericht Frankfurt
Deutsche Aktien schließen uneinheitlich

Auch enttäuschende Geschäftszahlen von Commerzbank und Karstadt-Quelle haben die Kauflaune der Anleger am deutschen Aktienmarkt nicht nachhaltig getrübt. Nach zunächst verhaltener Stimmung ist der Deutsche Aktienindex (Dax) am Mittwoch dank eines freundlichen US-Starts doch noch ins Plus gedreht.

HB FRANKFURT. Der deutsche Leitindex beendete den Handel am Mittwoch 0,9 Prozent im Plus bei 5702,8 Punkten. Dagegen büßte der MDax - gezogen von heftigen Abschlägen der KarstadtQuelle-Aktie - 0,2 Prozent auf 7 925,10 Punkte ein. Der TecDax verlor 0,46 Prozent auf 634,53 Zähler.

Börsianer führten den deutlichen Dax-Anstieg vor allem auf Kursgewinne an den US-Börsen zurück. „Die USA sind recht freundlich in den Handel gestartet, das hat die Stimmung wieder etwas aufgehellt“, sagte ein Händler in Frankfurt. Zudem sei die Zinsentscheidung der Fed insgesamt nicht so negativ gewesen. „Die Anleger haben die Aussagen der Fed ganz gut verarbeitet“, sagte ein anderer Börsianer. Die US-Notenbank (Fed) hat am Dienstagabend trotz eines vorläufigen Stopps der eitzinsanhebungen bei 5,25 Prozent die Tür für eine weitere Erhöhung offen gelassen. „Der Markt hätte es sicher lieber gesehen, wenn die Fed künftigen Zinserhöhungen eine klare Absage erteilt hätte“, sagte ein Händler. „Diese Unsicherheit wird dafür sorgen, dass der Aktienmarkt weiter volatil bleibt und sich gleichzeitig weder deutlich nach oben noch nach unten bewegt.“ Steigende Zinsen verteuern für Unternehmen und Verbraucher die Kreditaufnahme und hemmen damit Investitionen.

Die teils heftigen Kursbewegungen einiger Werte seien dadurch wahrscheinlich übertrieben, sagte ein Händler. Eine Gegenbewegung am Donnerstag daher wahrscheinlich. So brachen Commerzbank um über 8 Prozent, Conergy um 11 Prozent und Karstadt-Quelle in der Spitze über 20 Prozent ein. Gesuchteste Branche waren Automobiltitel mit Spekulationen rund um VW, Technologie-Werte profitierten von guten Cisco-Geschäftszahlen. Technische Analysten blicken darauf, ob der Dax nun aus der alten Handelsspanne zwischen 5 600 und 5 700 Punkten ausbrechen kann.

Mit Aktienverkäufen quittierten die Anleger die unter den Erwartungen liegende Gewinnentwicklung der Commerzbank. Die Aktien des Kreditinstituts übernahmen mit einem Kursrutsch von 8,4 Prozent die rote Laterne im Dax. „Die Zahlen haben sehr enttäuscht. Da verabschieden sich einige Anleger jetzt in großem Stil von der Aktie“, sagte ein Händler. Auch der Aktienkauf von einigen Vorständen habe die Titel nicht stützen können. „Das war mehr ein symbolischer Akt, um weiteres Vertrauen in das Unternehmen zu signalisieren“, erklärte ein Bösianer.

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