Marktschlussbericht Frankfurt
Finanzwerte grenzen Dax-Verluste ein

Die meisten deutschen Aktien sind am Dienstag auf Talfahrt gegangen. Der Leitindex Dax durchbrach die 7 500-Punkte-Marke nach unten. Händler begründen die kräftigen Kursverluste bei den Standardwerten vor allem mit markttechnischen Faktoren, die den Verkaufsdruck verstärkten.

HB FRANKFURT. Zum Handelsschluss notierte der Index mit 7 531 Punkten 0,5 Prozent unter seinem Vortagesschluss, nachdem er zwischenzeitlich sogar bis auf 7 444 Punkte zurückgefallen war. "Das sind zum Teil so heftige Kursbewegungen - das kann man fundamental gar nicht mehr begründen“, kommentierte ein Marktteilnehmer den Tag. Den meisten Kursentwicklungen lägen keine Nachrichten zugrunde.

Das Umfeld für Aktien ist Händlern zufolge nach wie vor schlecht: "Das Wirtschaftswachstum schwächt sich ab, der Euro ist auf Rekordjagd und der Ölpreis kurz vor der 100-Dollar-Marke - ich wüsste nicht, warum der Dax steigen sollte“, sagte ein Börsianer. Die Subprime-Krise ist noch lange nicht vorüber“, sagte ein anderer Börsianer. "Ich glaube, wir haben erst die Spitze des Eisbergs gesehen.“

Im Gegensatz zu den vergangenen Wochen, erwiesen sich Bankenwerte am Dienstag als Stütze für den Markt. Die Meldung, dass sich Abu Dhabi mit 7,5 Mrd. Dollar an der Citigroup beteiligt, hellte weltweit die Stimmung auf und lockte Investoren an. An der Spitze der 30 Dax-Werte stand daraufhin die Aktie der Commerzbank mit einem Plus von 2,5 Prozent, gefolgt von der Deutschen Bank mit einem Aufschlag von 1,5 Prozent. "Wenn Investoren 7,5 Mrd. Dollar bei der Citigroup reinpumpen, dann gehen die davon aus, dass bei der US-Bank keine weiteren Abschreibungen mehr anstehen“, sagte ein Börsianer. Auch die Aussagen der britischen Großbank Barclays sorgten am Markt für Erleichterung: Das Institut sieht sich trotz der Krise an den Finanzmärkten auf bestem Wege, das erwartete Gewinnwachstum von vier Prozent im laufenden Geschäftsjahr zu erreichen.

Auf der Verliererliste stand die im Dax schwer gewichtete Eon -Aktie mit einem Minus von 1,7 Prozent weit oben. Händler erklärten den Abschlag mit Gewinnmitnahmen, nachdem sich der Energieriese der jüngsten Talfahrt am Aktienmarkt hatte entziehen können. Auch die großen Autobauer verbuchten Kursverluste: Daimler verloren 1,6 Prozent, VW 1,5 Prozent. Börsianer verwiesen auf den fortgesetzten Höhenflug des Euro, der die stark exportabhängigen Hersteller belastet. Zudem sei ein Großteil der Kursgewinne, die der Dax in diesem Jahr angesammelt hat, VW zu verdanken, sagte ein Händler. Nun würden Gewinne mitgenommen.

Das deutlichste Minus verbuchte jedoch die MAN -Aktie, die zeitweise um über fünf Prozent zurückfiel und zu Handelsschluss 3,8 Prozent unter dem Vortageswert lag. Ein Händler begründete dies unter anderem mit einer Herunterstufung des Papiers durch Goldman Sachs.

Im MDax hinterließen Analysteneinschätzungen ebenfalls Spuren. So büßten die Titel des Druckmaschinenherstellers HeidelbergerDruck 3,1 Prozent ein, nachdem Goldman Sachs den Titel auf "Neutral“ von "Buy“ herabgesetzt hatte. Bei Salzgitter senkte Goldman Sachs das Kursziel - die Aktie fiel um vier Prozent zurück. Heftige Kursschwankungen gab es auch im TecDax. Dort ragten Conergy mit einem Plus von rund zehn Prozent heraus, nachdem am Markt der Kauf von Conergy -Aktien durch das Management als Vertrauensbeweis gewertet wurde. Versatel profitierte Händlern zufolge von Übernahmefantasien und ging mit einem Aufschlag von 7,9 Prozent aus der Sitzung. "Es werden seit Tagen massiv Versatel -Aktien gekauft“, berichtete ein Händler.

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