Marktschlussbericht Frankfurt
Furcht vor US-Rezession drückt Dax deutlich

Die Furcht vieler Anleger vor einer Ausweitung der Finanzkrise und einer Rezession in den USA hat den Dax am Freitag deutlich ins Minus gedrückt. Er beendete den Xetra-Handel am Freitag 1,7 Prozent tiefer bei 6 748 Zählern und verlor damit in der abgelaufenen Woche per Saldo 0,9 Prozent.



HB FRANKFURT. Mit 185,7 Millionen Aktien übertraf der Aktienumsatz den Durchschnitt der vergangenen 90 Handelstage (170,4 Mill. Aktien). Zu den größten Verlierern im Dax zählten am Freitag die Aktien der Allianz, die 3,2 Prozent auf 117,50 Euro nachgaben. Händlern zufolge belastete die enttäuschende Bilanz des US-Konkurrenten AIG den Kurs. Der weltgrößte Versicherer hatte wegen der Kreditmarktkrise den größten Verlust in seiner Firmengeschichte bekanntgegeben.

Der MDax fiel am Freitag um 1,4 Prozent auf 9 093 Punkte. Der TecDax gab 2,3 Prozent auf 784 Zähler nach.

"Die enttäuschenden volkswirtschaftlichen Daten aus den USA haben die Kurse belastet", sagte ein Händler mit Blick auf die jüngsten Daten des Chicago-Einkaufsmanagerindex. In der Region Chicago hatte sich die Stimmung der Einkaufsmanager im Februar überraschend deutlich eingetrübt.

Am Frankfurter Aktienmarkt verstärkte laut Händlern ein Bericht der "Financial Times" über die Schieflage des 2 Milliarden Dollar schweren Hedge-Fonds Peloton Partners in London die Sorgen, die am Vorabend von US- Notenbankchef Ben Bernanke wiederbelebt worden waren. Dann schockierte eine Studie der UBS: Die Bankenanalysten erwarten, dass der globale Finanzsektor Verluste aus der Kreditkrise von mehr als 600 Milliarden Dollar verbuchen wird. Bei dünner Nachrichtenlage hätten auch die aktuellen Höchststände bei Euro, Gold und Rohöl die Nervosität unter den Anlegern hochgehalten, erklärten Händler.

Bewegung kam im späten Handel in die Aktien von Volkswagen. Der Autobauer legte dank eines Rekordabsatzes im vergangenen Jahr bei Umsatz und Gewinn deutlich zu und übertraf die Gewinnerwartungen. Für 2007 will VW nun auch eine höhere Dividende zahlen. Je Stammaktie soll sie von 1,25 Euro im Vorjahr auf 1,80 Euro erhöht werden, bei den Vorzugsaktien von 1,31 Euro auf 1,86 Euro. Nach einem kurzfristigen Kurssprung schlossen die Titel mit plus 0,03 Prozent auf 149,99 Euro dennoch kaum verändert. "Die Zahlen sind auf den ersten Blick besser ausgefallen als erwartet", sagten mehrere Händler übereinstimmend. Einzig den unpräzisen Ausblick monierten die Börsianer.

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Die Aktien der IKB Deutsche Industriebank schlossen mit plus 2,94 Prozent auf 5,61 Euro als stärkster MDax-Wert. Für die angeschlagene Mittelstandsbank IKB gibt es nach Angaben der Großaktionärin KfW einige Kaufinteressenten. "Es liegen eine Reihe von Angeboten vor, sowohl aus dem In- wie aus dem Ausland", sagte eine KfW -Sprecherin am späten Freitagnachmittag auf Anfrage.

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