Marktschlussbericht Frankfurt
Ölpreis und US-Daten bremsen Dax-Anstieg

Unaufhaltsam steigende Ölpreise und überraschend schwache US-Konjunkturdaten haben den Aufstieg des Dax am Freitag aufgehalten. Der Leitindex konnte seine anfänglichen Gewinne nicht halten und beendete den Xetra-Handel mit 1,1 Prozent im Plus bei 7 156 Punkten. Damit lag er aber immer noch auf dem höchsten Stand seit dem Kurseinbruch vom vergangenen Januar.

HB FRANKFURT. "Offenbar versuchen Einige, den Markt zum Verfall unter allen Umständen oben zu halten", sagte ein Händler. "Anders ist die Tendenz bei diesem schlechten Umfeld nicht zu erklären." Am Freitag liefen Optionen auf Indizes und einzelne Aktien aus. Unmittelbar davor versuchen Anleger üblicherweise, diejenigen Werte, auf die sie Derivate halten, in die von ihnen gewünschte Richtung zu bewegen.

Einige Börsianer erklärten das Dax-Plus mit der sich aufhellenden Grundstimmung der Investoren und der Hoffnung, dass es wegen der Subprime-Krise doch nicht zu einer US-Rezession kommen werde. Diese Spekulationen erhielten am Nachmittag aber einen Dämpfer: Der Index des US-Verbrauchervertrauens von Reuters und der Universität Michigan fiel im Mai auf den tiefsten Stand seit 28 Jahren. Gleichzeitig kletterten die Inflationserwartungen auf das höchste Niveau seit Februar 1982.

Am Rohstoff-Markt verteuerte sich die richtungweisende US-Sorte WTI in der Spitze auf knapp 128 Dollar je Barrel (159 Liter). Der Preis für ein Fass Nordsee-Öl übersprang erstmals die Marke von 126 Dollar.

"Good News" bei Conti und Lufthansa

An die Spitze der Dax-Gewinner setzten sich die Aktien von Continental. Die Titel des Reifenherstellers verteuerten sich um 3,8 Prozent auf 82,16 Euro. Börsianer erklärten dies unter anderem mit der bekräftigten Gesamtjahresprognose des französischen Konkurrenten Michelin, die angesichts der unklaren Branchenaussichten mit Erleichterung aufgenommen worden sei. Einige Händler verwiesen zudem auf vage Übernahmespekulationen. "Das ist wohl ein typisches Freitagsgerücht", fügte einer von ihnen hinzu.

Auch die Papiere der Lufthansa profitierten von positiven Nachrichten eines Konkurrenten und legten zwei Prozent auf 17,16 Euro zu. British Airways (BA) hatte für 2007 einen Gewinnsprung bekanntgegeben und erstmals seit sieben Jahren die Zahlung einer Dividende in Aussicht gestellt.

Zu den Favoriten zählten zudem die Titel von Infineon. Einer mit der Situation vertrauten Person zufolge steht Infineon-Chef Wolfgang Ziebart vor dem Aus. Aufsichtsratschef Max Kley-Dietrich hatte Anfang des Jahres auf der Hauptversammlung Ziebart und dessen Vorstandskollegen wegen der andauernden Verluste bei dem Chipproduzenten kritisiert. "Es wird positiv gesehen, wenn in der Vorstandsetage etwas passiert", sagte ein Händler. Infineon-Aktien stiegen um 1,3 Prozent auf 6,90 Euro.

Die Titel von Henkel schlossen 3,7 Prozent im Plus bei 30,66 Euro. Finanzvorstand Lothar Steinebach hatte in einem Reuters-Interview den Verkauf der US-Beteiligung Ecolab in Aussicht gestellt.

Für Gesprächsstoff sorgte außerdem die Deutsche Börse, deren Aktien 1,6 Prozent auf 105,73 Euro zulegten. Während einige Händler zur Erklärung auf die Übernahmegerüchte und den Kurssprung beim Konkurrenten London Stock Exchange (LSE) verwiesen, sprachen andere von einem charttechnischen Ausbruch der Aktie.

Zu den wenigen Verlierern zählten die Aktien der Deutschen Telekom und der Commerzbank. Beide Titel wurden aber jeweils mit einem Dividendenabschlag gehandelt.

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