Marktschlussbericht Frankfurt
SAP und Infineon verschrecken Anleger

Der deutsche Aktienmarkt hat nach den Gewinnen am Mittwoch und Donnerstag zum Wochenausklang belastet von negativen Geschäftsdaten großer Konzerne in den USA und Deutschland wieder Verluste verzeichnet. Insbesondere ein überraschender Quartalsverlust bei Infineon sowie kritische Analystenkommentare zu SAP lösten am Freitag eine Verkaufswelle aus.

HB FRANKFURT. Der Dax schloss 1,7 Prozent im Minus bei 5 451 Punkten. Im Wochenverlauf verbleibt damit dennoch eine Erholung um 0,53 Prozent. Der MDax der mittelgroßen Werte sank um 1,86 Prozent auf 7 539 Zähler. Der TecDax rutschte um 1,8 Prozent auf 591 Punkte.

Auf Missfallen bei den Investoren stießen vor allem die Technologiefirmen Infineon und SAP, die mit ihren Zwischenberichten die Erwartungen der Börsianer nicht erfüllen konnten. „Beide Konzerne haben Zweifel ausgelöst, dass die Unternehmen in der laufenden Berichtssaison die hochgesetzten Erwartungen nicht toppen können“, begründete Stefan Chmielewski, Händler beim Brokerhaus Lang & Schwarz. „Die Verunsicherung ist weiter groß“, ergänzte ein andere Händler.

Dazu trug auch die Umsatz- und Gewinnwarnung des weltgrößten PC-Herstellers Dell bei. Der US-Konzern hat wegen des aggressiven Preiskampfes und eines verlangsamten Wachstums des Weltmarktes seine Geschäftserwartungen für das zweite Quartal überraschend gesenkt. „Die negativen Zahlen haben derzeit deutlich mehr Auswirkungen auf den Markt als die positiven“, sagte Händler Stefan Söllner von der Postbank. Das sei vor allem nach den enttäuschenden Aussagen Dells sichtbar geworden. „Da hat man richtig gesehen, wie es im Das abwärts ging“, sagte er. Andere Marktteilnehmer stimmten zu und nannten zudem die Schwäche der US-Technologietitel als Belastungsfaktor. Einzig versöhnlich stimmte der Zwischenbericht des US-Softwarekonzerns Microsoft.

Auch der Konflikt im Nahen Osten sorgte für Unruhe bei den Anlegern. Israel bereitet offenbar eine Großoffensive seiner Bodentruppen im Libanon und damit eine Ausweitung des Krieges gegen die radikal-islamische Hisbollah vor. Am Ölmarkt zogen die Preise erstmals seit vier Tagen wieder an.

Mit Aktienverkäufen quittierten die Anleger das Verharren von Infineon in der Verlustzone. Die Papiere des Chipherstellers, der entgegen den Erwartungen im dritten Geschäftsquartal keinen Gewinn erzielen konnte, bildeten mit einem Minus von 6,8 Prozent das Schlusslicht im Dax. Alle drei Unternehmenssparten hätten die Erwartungen verfehlt, stellte LRP-Analyst Thomas Hofmann fest. Händler und Analysten bezeichneten das Zahlenwerk als „sehr schlecht“. Einziger positiver Aspekt sei der Anstieg beim Vorsteuergewinn von Qimonda, hieß es. Infineon gab zudem bekannt, bei dem Börsengang der Speicherchiptochter in New York in der zweiten Augustwoche rund eine Milliarde Dollar bei Investoren einsammeln zu wollen.

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