Marktschlussbericht Frankfurt
Thyssen-Krupp-Aktie bremst Dax aus

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt sind nach dem Schock über geplante Bombenanschläge auf Flugzeuge am Freitag wieder zur Tagesordnung übergegangen. Ein Einbruch der Aktie des Stahlkonzerns kostete den deutschen Leitindex Dax am Freitag seine anfänglichen Gewinne.

HB FRANKFURT. Trotz massiver Kursverluste der Thyssen-Krupp-Aktie schloss der Dax kaum verändert bei 5628 Punkten. Der MDax schloss dagegen mit einem Plus von 0,10 Prozent auf 7849 Punkte. Der TecDax legte um 1,01 Prozent auf 627 Zähler zu. „Das Thema ist durch. Es ist nichts passiert, und man geht wieder zum Alltag über“, sagte ein Börsianer. Auch für Aktienstratege Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg rückt die Angst vor Anschlägen wieder etwas in den Hintergrund. „Mittlerweile hat sich der Markt an solche Sachen gewöhnt, so traurig das ist“, sagt er.

Die Angst vor neuen Attacken auf den Westen nach den vereitelten Anschlägen auf den Luftverkehr zwischen Großbritannien und den USA hatte am Donnerstag zeitweise für kräftige Verkäufe an den Aktienbörsen gesorgt. Nach Einschätzung von Wirtschaftsexperten dürften die Unsicherheiten nach den vereitelten Anschlägen weder der Stimmung noch der Konjunkturentwicklung nachhaltig schaden. „Die bessere Konsumstimmung der Verbraucher und die Geschäftslage der Unternehmen wird durch dieses Ereignis nicht kippen“, sagte Volker Treier vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag.

Größter Verlierer im Dax waren mit einem Minus von 7,7 Prozent die Papiere von Thyssen-Krupp, die unter Gewinnmitnahmen litten. Der Mischkonzern erzielte dank des anhaltenden Stahlbooms den höchsten Quartalsgewinn seit der Fusion 1999 und will sein Geschäft in den USA neu ordnen. „Thyssen hat Top-Zahlen vorgelegt, und jetzt steigen viele aus - das heißt dann wohl „sell on good news'“, sagte ein Händler. Andere Experten verwiesen auch auf die Nachricht vom Abgang von Finanzchef Stefan Kirsten. „Kirsten war für die Kapitalmärkte das Gesicht von Thyssen-Krupp“, sagte der BHF-Bank-Analyst Hermann Reith.

Dass zudem der Aufsichtsrat den Bau neuer Werke in den USA gebilligt hat, wurde am Markt als Zeichen gesehen, dass Thyssen-Krupp keine großen Hoffnungen mehr hat, den kanadischen Stahlhersteller Dofasco zu übernehmen. Vorstandschef Ekkehard Schulz sagte allerdings in einer Telefonkonferenz am Nachmittag, der Kauf des kanadischen Stahlkochers habe absoluten Vorrang vor dem Neubau von Stahlwerken.

Aktien der Deutschen Telekom und der Tui standen erneut auf den Verkaufszetteln. Während die T-Aktien rund drei Prozent verlor, gaben die Papiere von Tui lediglich 0,7 Prozent nach. Beide Aktien waren am Donnerstag stark unter Druck geraten, nachdem viele Investoren verärgert auf die schwachen Quartalszahlen des Telekommunikationsriesen und des größten Reisekonzerns Europas reagiert hatten.

Seite 1:

Thyssen-Krupp-Aktie bremst Dax aus

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%