Marktschlussbericht Frankfurt
VW-Aktie bremst Dax-Anstieg

Der Fall des VW-Gesetzes hat am Dienstag die Anleger am deutschen Aktienmarkt auf Trab gehalten. Während die in keinem Index enthaltenen Anteilsscheine von VW-Großaktionär Porsche um vier Prozent nach oben schossen, beendeten die Titel des Wolfsburger Autobauers den Handel sechs Prozent im Minus.

HB FRANKFURT. Börsianer machten dafür Gewinnmitnahmen verantwortlich, da weniger auf eine baldige Übernahme von Volkswagen durch Porsche spekuliert werde. Die VW-Aktie bremste damit die Erholung des deutsche Leitindex Dax, der angetrieben von Industrie-Aktien 0,6 Prozent höher bei 7 842 Punkten schloss.

„Wir sehen eine Erholung nach den Kursverlusten vom Montag“, sagte ein Händler. „Der Markt steht weiterhin auf wackeligen Beinen. Es kann schnell wieder bergab gehen“, ergänzte er. Börsianer berichteten aber von einem insgesamt ruhigen Geschäft. „Es gibt keinen größeren Investor am Markt“, sagte ein Händler. Die Anleger legten sich vor allem Aktien aus der zweiten Börsenreihe ins Depot. Der MDax und der TecDax gewannen jeweils rund zwei Prozent hinzu. Das beherrschende Thema auf dem Börsenparkett war der Fall des VW-Gesetzes vor dem Europäischen Gerichtshof, wodurch einer Übernahme des größten europäischen Autobauers durch Porsche nun nichts mehr im Wege steht. Allerdings erfuhr Reuters, dass der Sportwagenhersteller seinen Anteil an VW in diesem Jahr wohl nicht auf über 50 Prozent aufstocken werde. „Die Fantasie liegt nun bei Porsche“, sagte ein Händler. Viele Anleger hätten eine baldige Übernahme von VW begrüßt, aber Porsche habe offensichtlich keine Eile. Zudem werde das Land Niedersachsen auch künftig 20 Prozent an VW halten und damit Einfluss auf die Firmenpolitik ausüben, gab der Händler zu Bedenken. Auch seien viele spekulative Anleger in VW-Aktien engagiert und trennten sich nun mit Gewinnen von dem Papier.

Die größten Gewinne im Dax verbuchten mit einem Plus von vier Prozent die Papiere des Stahlkonzerns ThyssenKrupp. Die Aktie hat Börsianern zufolge von Kursgewinnen bei Rohstoff- und Stahlwerten profitiert. Zudem habe die Aktie kurstechnisches Nachholpotenzial. Zu den größten Gewinnern im Dax zählten außerdem die Titel von Linde und Daimler mit einem Kursplus von drei beziehungsweise zwei Prozent. Die Aktien des Technologiekonzerns Siemens schlossen knapp zwei Prozent höher, nachdem sie im Tagesverlauf bis zu drei Prozent im Plus gelegen hatten. Händler verwiesen darauf, dass der Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks zwei Aufträge aus China erhalten hat. „Das war bei Siemens am Morgen die Initialzündung für technische Kaufsignale“, sagte ein Börsianer. Zudem übernimmt das Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Telekom den Dienstleister Vivento Technical Services ab.

Bei den MDax-Werten schossen die Aktien von Gea um zeitweise bis zu 7,7 Prozent auf 28 Euro nach oben und markierten damit den höchsten Stand seit mehr als 13 Jahren. Die Analysten von Credit Suisse gehen davon aus, dass der Maschinen- und Anlagenbauer seine Jahresprognosen anheben dürfte.

Im TecDax ragten die Aktien des Chipanlagenbauers Aixtron nach Erhalt eines Großauftrag aus Taiwan mit einem Kurssprung von acht Prozent heraus. Die Aktien des Solarzellenzellenherstellers Ersol legten sieben Prozent zu. „Die Solarwerte laufen im allgemeinen gut“, sagte ein Händler. Auch die Aktien des Solarmodulherstellers Solon waren gefragt und gewannen 4,4 Prozent. Von der starken Nachfrage nach dem Apple-Handy iPhone profitierten im SDax die Titel des Handyausrüsters Balda, die 4,7 Prozent gewannen.

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