Marktschlussbericht New York
Dow Jones gewinnt mehr als 300 Punkte

Die US-Börsen haben am Mittwoch den zweiten Tag in Folge kräftige Gewinne verbucht. In der Hoffnung auf eine weitere Zinssenkung der amerikanischen Notenbank stiegen die Aktien auf breiter Front. Grund für die Euphorie waren das aktuelle Beige Book und Äußerungen des Vizechefs der US-Notenbank, Donald Kohn. Der hatte eine "flexible und pragmatische Geldpolitik" angedeutet.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index kletterte bis zum Handelsschluss um 2,55 Prozent oder 331,01 Punkte auf 13 289 Punkte. Der S&P-500-Index stieg kräftig um 2,86 Prozent auf 1 469 Punkte. Der Nasdaq-Index schoss sogar um 3,18 Prozent fester auf 2 662 Punkte in die Höhe. Zusammen mit den Kursgewinnen vom Vortag erzielte die Wall Street damit den höchsten Zweitagesgewinn seit Oktober 2002. Der Rentenmarkt notierte deutlich leichter. Der Euro lag kaum verändert bei 1,4839 Dollar nach 1,4832 Dollar am Vortag.

Die Titel von Banken, Versicherungen und anderen Finanzunternehmen schossen nach den Äußerungen Kohns in die Höhe, der S&P-Finanzindex legte fünf Prozent zu. Kohns Stellungnahme lasse darauf schließen, dass die Fed nun die Veränderungen der Konjunkturlage im letzten Monat erkannt habe, sagte Philip Orlando von Federated Global Investment Management. Zudem könne man daraus folgern, dass die Fed bei ihrem Treffen am 11. Dezember das Nötige tun werde, um die Wirtschaft zu stabilisieren. Die Fed teilte in ihrem Konjunkturbericht mit, das Wirtschaftswachstum habe sich im Oktober und der ersten Novemberhälfte verlangsamt.

Die Titel der Citigroup kletterten um 6,7 Prozent, nachdem das "Wall Street Journal" berichtet hatte, dass die Großbank inmitten der Krise eine informelle Fusionsanfrage erhalten und abgelehnt hatte. Bereits am Dienstag hatte eine Milliardenspritze aus dem Emirat Abu Dhabi für die Citigroup für Kaufstimmung an den New Yorker Börsen gesorgt.

Aus dem Finanzsektor kamen jedoch nicht nur gute Neuigkeiten: Die zweitgrößte einheimische Hypothekenbank Wells Fargo musste wegen der Kreditkrise eine Sonderbelastung von 1,4 Mrd. Dollar verbuchen. Anleger reagierten zwar zunächst erschrocken, weil Wells Fargo als ausgesprochen vorsichtig bei der Kreditvergabe gilt. Die Aktien des Instituts konnten dennoch in dem generellen Aufwärtstrend knapp drei Prozent zulegen. Die Aktien des krisengeschüttelten Konkurrenten Freddie Mac kletterten sogar um mehr als 14 Prozent, obwohl das Unternehmen seine Dividende halbierte. Die Bank hatte angekündigt, in den kommenden Tagen mit den Verkauf von Vorzugsaktien sechs Mrd. Dollar einsammeln zu wollen.

Die Titel von Online-Händlern legten ebenfalls zu, nachdem das Marktforschungsunternehmen comScore bekanntgegeben hatte, dass die US-Konsumenten am sogenannten "Cyber-Montag" die Rekordsumme von 733 Mill. Dollar ausgegeben haben, 21 Prozent mehr als im Vorjahr. Am Montag nach Thanksgiving kaufen viele Amerikaner von der Arbeit aus online Geschenke. Die Aktien von Amazon legten um 5,5 Prozent zu, die Papiere von Ebay stiegen um 3,8 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,76 Mrd. Aktien den Besitzer. 2.878 Werte legten zu, 431 gaben nach und 57 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,47 Mrd. Aktien 2.350 im Plus, 645 im Minus und 102 unverändert.

An den US-Kreditmärkten sanken die zehnjährigen Staatsanleihen um 20/32 auf 101-25/32. Sie rentierten mit 4,029 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 26/32 auf 109-19/32 und hatten eine Rendite von 4,414 Prozent.

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