Marktschlussbericht New York
US-Börsen schließen mit deutlichen Kursgewinnen

Eine Milliardenspritze aus dem Emirat Abu Dhabi für die größte US-Bank Citigroup hat den New Yorker Börsen am Dienstag zu deutlichen Kursgewinnen verholfen. Das Geschäft stärkte das Vertrauen der Anleger in Finanztitel und trug dazu bei, dass sich die Märkte von den Verlusten des Vortags teilweise wieder erholten.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss um 1,7 Prozent höher auf 12 958 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index stieg um 1,5 Prozent auf 1 428 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq kletterte 1,6 Prozent auf 2 580 Punkte. In Deutschland ging der Dax mit 7 531 Punkten 0,5 Prozent niedriger als am Vortag aus dem Handel.

Abu Dhabi zahlt für einen knapp fünfprozentigen Anteil an der Citigroup 7,5 Mrd. Dollar. Die Aktien des Instituts stiegen um 1,5 Prozent. Auch andere Bankenpapiere profitierten von dem Geschäft: So legten die Aktien der Bank of America 2,5 Prozent zu, die Titel der drittgrößten US-Bank JPMorgan verbuchten ein Plus von 4,7 Prozent. "Die Finanztitel machen einen großen Teil des Markets aus und beeinflussen die Psychologie der Anleger“, sagte Alan Lancz von Alan B. Lancz & Associates in Toledo, Ohio. Dies sei aber nur ein erster Schritt. Man sei noch lange nicht über dem Berg. Ein ranghoher Notenbanker sagte am Dienstag, es sei zunehmend unsicher, wie sich die Wirtschaft entwickeln werde. Auch ein Wirtschaftsberater des Weißen Hauses erklärte, die Rezessionsgefahr sei gestiegen.

Tatsächlich zeichneten neue Zahlen ein eher düsteres Bild von der wirtschaftlichen Lage. So fiel angesichts der Immobilienkrise und der hohen Benzinpreise das Vertrauen der US-Konsumenten im November unerwartet auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Die Stimmung der Verbraucher gilt als zentraler Indikator für die Konsumausgaben, die etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen. Wegen der anstehenden Weihnachtseinkäufe war das Verbrauchervertrauen diesmal mit besonderer Spannung erwartet worden. Einen gelungenen Start ins Weihnachtsgeschäft hatte jedoch zumindest der zweitgrößte US-Videospiele-Hersteller Activision: Das Unternehmen erhöhte deshalb seine Prognosen, was die Börse mit einem Kurssprung von mehr als 13 Prozent honorierte.

Die Papiere von Staples schossen mehr als zehn Prozent in die Höhe, nachdem der Büroausstatter mit seinem Quartalsgewinn die Erwartungen der Analysten übertroffen hatte.

Auch fallende Ölpreise stützten den Markt und verhalfen großen Herstellern wie General Electric zu Gewinnen. Energietitel verbuchten dagegen Verluste. Die Aktien von Exxon Mobil und Chevron gaben leicht nach.

Vom Häusermarkt gab es erneut schlechte Nachrichten: Der Preisrückgang von Immobilien in den USA setzte sich zuletzt mit Rekordtempo fort. Die Preise für bestehende Einfamilienhäuser in den USA verbuchten nach dem S&P/Case-Shiller-Index den größten Quartalsrückgang in der 21-jährigen Geschichte des Konjunkturindikators.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,65 Mrd. Aktien den Besitzer. 2 211 Werte legten zu, 1 078 gaben nach und 68 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,19 Mrd. Aktien 1 673 im Plus, 1 309 im Minus und 120 unverändert. An den US-Kreditmärkten sanken die zehnjährigen Staatsanleihen um 28/32 auf 102-14/32. Sie rentierten mit 3,950 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 38/32 auf 110-18/32 und hatten eine Rendite von 4,360 Prozent.

Dax-Futures schließen fest

Gestützt durch die deutlichen Kursgewinne an der Wall Street haben auch die Dax-Futures am Dienstag fest geschlossen. Der Dezember-Dax zog um 118 auf 7 586 Punkte an. Das Tageshoch lag bei 7 598,5 und das -tief bei 7 467 Punkten. Umgesetzt wurden 203 381 Kontrakte. Händler sprachen von einer Stabilisierung. Durch Überwindung der Zone bei 7 532/41 Punkten habe sich die Lage auch technisch verbessert. Der nächste Widerstand liege nun bei 7 573.

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