Marktschlussbericht New York
Wall Street: Finanzwerte auf Talfahrt

Enttäuschende Konjunkturdaten haben am Freitag in den USA Ängste vor einer Rezession weiter verstärkt und die Wall Street auf Talfahrt geschickt. Der weltgrößte Versicherer AIG schockierte zudem im Zuge der Kreditkrise mit dem höchsten Verlust in seiner Firmengeschichte.

HB NEW YORK. Einen weiteren Tiefschlag versetzte der PC-Hersteller Dell den Anlegern mit einem unerwartet deutlichen Gewinnrückgang. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 2,51 Prozent im Minus bei 12 266 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 12 224 und 12 580 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 gab 2,71 Prozent auf 1 331 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 2,58 Prozent auf 2 271 Punkte. Sorgen über eine Ausweitung der Finanzkrise und eine Rezession in den USA belasteten auch den Dax. Er beendete den Handel 1,67 Prozent tiefer bei 6 748 Zählern. Im Wochenverlauf fiel der Dow um 0,9, der S&P um 1,6 und der Nasdaq-Index um 1,4 Prozent.

Furcht vor einer Ausweitung der Kreditkrise belasteten Finanzwerte, allen voran die des Versicherers AIG. Dessen Aktien büßten 6,56 Prozent ein. Der Branchenprimus hatte am Vorabend für das abgelaufene Quartal einen Rekordverlust von 5,3 Milliarden Dollar ausgewiesen. Konzern-Chef Martin Sullivan schloss weitere Abschreibungen nicht aus und rechnet auch für 2008 mit einem schwachen Immobilienmarkt in den USA.

Abwärts ging es auch mit den Papieren des angeschlagenen Anleiheversicherers Ambac. Sie gaben 5,6 Prozent nach, die des größeren Rivalen MBIA verbilligten sich um 7,75 Prozent. "Wir haben noch immer kein klares Bild von den Auswirkungen für die Finanzkonzerne. Daher glaubt niemand, dass das Schlimmste bereits vorüber ist", sagte Michael Metz, Investment-Stratege von Oppenheimer & Co.

Dell-Titel gaben 4,65 Prozent nach. Der Konzern bekommt den Konjunkturabschwung stärker zu spüren als erwartet und verbuchte einen Gewinnrückgang. Auch der vorsichtige Ausblick enttäuschte die Anleger. Der Computerriese fürchtete zudem einen Abschwung der Kauflaune amerikanischer Verbraucher.

Deren Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes rutschte im Februar laut Daten von Reuters und der Universität Michigan auf den niedrigsten Wert seit 16 Jahren.

Die Konsumausgaben machen rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus. Für schlechte Stimmung sorgte auch der viel beachtete Konjunkturindex der Einkaufsmanager aus dem Großraum Chicago, der im Februar überraschend kräftig sank.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,76 Milliarden Aktien den Besitzer. 431 Werte legten zu, 2707 gaben nach und 61 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,41 Milliarden Aktien 628 im Plus, 2313 im Minus und 119 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 36/32 auf 99-22/32. Sie rentierten mit 3,535 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 48/32 auf 99-05/32 und hatten eine Rendite von 4,425 Prozent.

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