Marktschlussbericht New York
Wall Street: Microsoft und Countrywide beflügeln

Eine Reihe positiver Nachrichten haben die US-Börsen am Freitag deutlich ins Plus getrieben. Vor allem der Gewinnsprung des weltgrößten Software-Konzerns Microsoft sowie ein positiver Ausblick der größten US-Hypothekenbank Countrywide Financial Corp beflügelten die Märkte. Ein neuer Ölpreis-Rekord verhalf zudem Energietiteln zu Gewinnen.

HB NEW YORK. Analysten führten die satten Gewinne vor dem Wochenende auch auf die Hoffnungen auf eine Zinssenkung der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche zurück. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss um 0,99 Prozent im Plus bei 13 806 Punkten. Im Handelsverlauf hatte er sich zwischen 13.675 und 13.811 Zählern bewegt. Der breiter gefasste S&P-500-Index stieg um 1,38 Prozent auf 1 535 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte um 1,94 Prozent nach oben auf 2 804 Stellen. Im Wochenverlauf stieg der Dow um 2,1 Prozent, der S&P um 2,31 Prozent und der Nasdaq um 2,9 Prozent.

Die Zahlen von Microsoft hätten die Märkte am meisten angetrieben, dicht gefolgt von den Äußerungen von Countrywide, sagte Eric Kuby von North Star Investment Management in Chicago. Der Softwarekonzern erfreute die Anleger mit einer Gewinnsteigerung, die alle Analysten-Erwartungen übertraf. Die Aktien hatten schon am Donnerstag nachbörslich zu einem Höhenflug angesetzt, von dem die gesamte Technologiebranche profitierte. Microsoft-Titel legten mehr als neun Prozent auf gut 35 Dollar zu.

Countrywide-Aktien schnellten um mehr als 32 Prozent auf 17,30 Dollar in die Höhe. Dass das Unternehmen eine relativ schnelle Rückkehr in die Gewinnzone erwarte, sei überraschend optimistisch in einem Bereich, wo bisher nur Untergangsstimmung geherrscht habe, sagte Kuby. Die größte US-Hypothekenbank verbuchte zwar im dritten Quartal wegen der Hypothekenkrise einen Verlust, sieht sich im laufenden Quartal aber bereits wieder in der Gewinnzone. Dies dämpfte die Ängste vor den Folgen der Krise.

Im Bankensektor gewannen Merrill Lynch-Papiere hinzu, nachdem der Fernsehsender CNBC gemeldet hatte, dass Firmenchef Stan O'Neal mit seiner Entlassung bis zum Wochenende rechne. Als mögliche Kandidaten für seine Nachfolge wurden in Finanzkreisen unter anderem der Chef der Merrill-Tochter Blackrock, Larry Fink, der Chef des Börsenbetreibers NYSE Euronext, John Thain, und der Chef des Handelsgeschäfts von Merrill, Robert McCann, genannt. Die Titel von Merrill Lynch stiegen um mehr als acht Prozent auf rund 66 Dollar.

Spekulationen über den Abgang des Firmenchefs trieben auch die Aktien von Time Warner in die Höhe. Die Papiere verteuerten sich um mehr als drei Prozent, nachdem die „Times“ berichtet hatte, Richard Parsons werde bereits in der nächsten Woche seinen Rücktritt bekannt geben.

US-Leichtöl verteuerte sich um 1,38 Dollar auf 91,84 Dollar je Barrel und verschaffte damit Energietiteln Auftrieb. Zuvor war im elektronischen Handel bereits ein Rekordhoch von 92,22 Dollar je Barrel erreicht worden. Die Aktien von Schlumberger stiegen rund 1,4 Prozent, die Papiere von Occidental Petroleum gewannen rund 2,5 Prozent hinzu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,41 Milliarden Aktien den Besitzer. 2.389 Werte legten zu, 841 gaben nach und 110 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,56 Milliarden Aktien 1.952 im Plus, 984 im Minus und 108 unverändert.

An den US-Kreditmärkten sanken die zehnjährigen Staatsanleihen um 04/32 auf 102-23/32. Sie rentierten mit 4,405 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen 05/32 auf 104-26/32 und hatten eine Rendite von 4,697 Prozent.

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