Marktschlussbericht New York
Wall Street schließt uneinheitlich

Die US-Standardwerte haben am Donnerstag leicht im Minus geschlossen. Gestiegene Importpreise lösten Inflations-Sorgen aus und weckten Befürchtungen, Unternehmensgewinne könnten geringer ausfallen.

HB NEW YORK. Doch die unerwartet gestiegene Kauflust der Verbraucher trug dazu bei, die Stimmung an der Wall Street nicht vollkommen einbrechen zu lassen. Die Technologiebörse Nasdaq schloss leicht im Plus. Insgesamt bewegten sich die Indices aber nicht weit weg von dem am Vortag erreichten Viermonatshoch.

Der Dow-Jones-Index beendete den Handel 0,14 Prozent niedriger bei 11.527 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte er zwischen einem Hoch von 11.549 Punkten und einem Tief von 11.495 Zählern. Der S&P 500 notierte 0,14 Prozent tiefer bei 1316 Stellen. Der Nasdaq Composite gewann 0,05 Prozent auf 2229 Zähler. Vor allem Microsoft-Aktien verhalfen der Technologiebörse in das knappe Plus. Der Softwarehersteller stellte seinen neuen Musikspieler Zune vor, mit dem er dem iPod von Apple Konkurrenz machen will. Microsoft-Aktien legten 1,35 Prozent zu, Apple-Titel tendierten nahezu unverändert.

Von Aktien der Börsenschwergewichte General Electric und Boeing trennten sich nach Herabstufungen viele Investoren. Nach Einschätzung von Händlern trugen aber auch Gewinnmitnahmen zu den Kursverlusten bei. Die beiden Industrie-Werte hatten dank des gesunkenen Ölpreises in den vergangenen Tagen zu den großen Kursgewinnern gezählt.

Boeing-Aktien gaben 1,72 Prozent nach, GE-Scheine kosteten 0,17 Prozent weniger. Energiewerte zählten ebenfalls zu den Verlierern. Exxon-Mobil-Titel gaben knapp ein Prozent nach.

Die Aktien von Ford verloren ein Prozent. Die Zeitung "Detroit News" berichtete unter Berufung auf nicht näher genannte Ford-Kreise, dass der Autobauer in diesem Jahr mit einem Vorsteuerverlust von bis zu neun Milliarden Dollar rechnen muss. Kurz vor Börsenschluss gab der angeschlagene Konzern bekannt, Freitag einen aktualisierten Sanierungsplan zu präsentieren. Gewerkschaftsinformationen zufolge soll dieser Abfindungsangebote an zehntausende Mitarbeiter beinhalten.

"Der Markt lief sehr gut in den vergangenen Tagen", erläuterte Jim Awad von Awad Asset Management das Börsengeschehen. Doch jetzt habe es negative Neuigkeiten zur Inflation gegeben und einige Titel seien herabgestuft worden. Daraus ergebe sich die leicht rückläufige Tendenz an der Börse.

Inflationssorgen wurden insbesondere durch aktuelle Daten zu den Importpreisen ausgelöst. Die US-Importe verteuerten sich im August erneut deutlich stärker als erwartet. Innerhalb eines Monats kletterten die Einfuhrpreise um 0,8 Prozent, nachdem sie bereits im Juli um 1,0 Prozent zugelegt hatten. Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg um 0,3 Prozent gerechnet.

Unerwartet gestiegene Erlöse im Einzelhandel veranlassten einige Analysten zu der Annahme, dass es um die weltgrößte Volkswirtschaft besser bestellt ist als zuletzt befürchtet.

Andere Experten wiesen aber daraufhin, dass der Anstieg wesentlich niedriger ausfiel als im Vormonat. Dies löste bei einigen Anlegern Ängste aus, dass es zu neuen Zinserhöhungen kommen könnte, obwohl eine Abkühlung der US-Konjunktur droht.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,45 Milliarden Aktien den Besitzer. 1317 Werte legten zu, 1975 gaben nach und 169 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,84 Milliarden Aktien 1314 im Plus, 1643 im Minus und 179 unverändert. An den US-Kreditmärkten sanken die zehnjährigen Staatsanleihen um 7/32 auf 100-20/32. Sie rentierten mit 4,795 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen 11/32 auf 93-17/32 und hatten eine Rendite von 4,918 Prozent.

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