Massive Verluste
Indische Regierung muss Aktienmarkt stützen

Ein Investment in Indien ist nichts für schwache Nerven. Nur die Intervention der indischen Regierung konnte am Montag den indischen Aktienindex Sensex retten. Das Börsenbarometer war am Morgen um zehn Prozent eingebrochen und unter die Marke von 10 000 Punkten gerutscht.

HB BOMBAY. Der Handel an der Börse Mumbai wurde daraufhin für eine Stunde ausgesetzt. Inzwischen haben sich die Kurse leicht gefangen und liegen noch knapp vier Prozent unter dem Eröffnungskurs.

Nachdem der Sensex in den vergangenen drei Handelstagen knapp 20 Prozent verloren hatte, mussten institutionelle Investoren Sicherheitsleistungen, so genannte Margin Calls zahlen und Verluste bei Futures und Derivaten ausgleichen. Der indische Finanzminister Palaniappan Chidambaram rief die Investoren auf, nicht in Panik zu verfallen und versicherte in der Onlineausgabe der „Times of India“, dass die indische Regierung Hilfe zur Verfügung stellen würde, um das Liquiditätsproblem zu lösen. „Die Banken werden denen, die Margin Calls decken müssen, Mittel zur Verfügung stellen“, versprach Chidambaram.

Fallende Metallpreise hatten Bergbaukonzerne wie Tata Steel Ltd. und Hindalco Industries Ltd. auf Talfahrt geschickt. Oil & Natural Gas Corp.(ONGC) verloren 5,7 Prozent, Reliance Industries gaben 4,6 Prozent nach. Ebenso verbilligten sich Titel der Software-Banche. Wipro sanken 10,4 Prozent und Tata Consultancy reduzierten sich um 5,8 Prozent. Investoren gehen davon aus, dass die Rohstoffpreise weiter sinken und auch die Aktienkurse in Indien mit sich nach unten ziehen werden.

Indische Analysten und Fondsmanager führten die Kursverluste der vergangenen Tage auch auf die Angst zurück, dass steigende globale Zinsen und Inflationsraten das Gewinnwachstum in Indien bremsen könnte. Für internationale Investoren sinke die Attraktivität Indiens und der anderen BRIC-Länder (Brasilien, Russland, Indien, China) mit höheren Zinsen auf sichere Bonds in den USA, befürchten die Analysten.

Die Daten des indischen Marktregulierers „Securities and Exchange Boards of India” bestätigen die Befürchtungen. So waren in den vergangenen Tagen ausländische Investoren, die fast 15 Prozent der Aktien im Sensex besitzen, die Hauptverkäufer der Aktien im Wert von insgesamt 550 Millionen Dollar.

Unter europäischen Investoren gelten die BRIC-Länder seit wenigen Jahren als große Chance. Da direkte Investments nur schwer möglich ist, war zuletzt die Nachfrage nach strukturierten Produkten wie Zertifikaten so stark gestiegen, dass die Emittenten teilweise mit ihren Angeboten kaum Schritt halten konnten.

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