MDax und TecDax
Nebenwerte brechen weg

Die Kleinen verzeichnen große Verluste. Am deutschen Aktienmarkt stehen heute vor allem die Nebenwerte auf den Verkaufszetteln. Das hat mehrere Gründe.

HB FRANKFURT. Während der Dax am Mittwoch rund 1,4 Prozent verliert, rutscht der Technologieindex TecDax um drei Prozent ab, der MDax sogar um 3,3 Prozent.

Dass die Gewinnmitnahmen bei den Nebenwerte höher ausfallen, hat gute Gründe. Zum einen haben sie in den vergangenen Monaten stark gewonnen. Händler wiesen darauf hin, dass sich der Dax im Jahresverlauf mit einem Plus von 17 Prozent auch schlechter entwickelt hat als die anderen Indizes. So hat der TecDax um 46 Prozent angezogen, der MDax immerhin um 25 Prozent. Entsprechend höher sei das Korrekturpotenzial. Hinzu kommt ein akuter Grund: Quartalsberichte, die weniger gut ausfallen als erwartet.

Der Antikörper-Spezialist Morphosys präsentierte Marktteilnehmern zufolge Zahlen, die insgesamt in etwa die Erwartungen getroffen hätten. Der Umsatz im abgelaufenen dritten Quartal ist Börsianern zufolge etwas schwächer als erwartet ausgefallen, während der Überschuss über den Prognosen gelegen habe. Analyst Elmar Kraus von der DZ Bank sagte: "Zusammen mit dem bereits veröffentlichten, aber noch nicht verbuchten Abschluss eines Kooperationsvertrages mit Daiichi Sankyo sollte das Erreichen der Ziele für 2009 gut möglich sein", und bezeichnete die Quartalszahlen insgesamt als "solide". Der angehobene Margenausblick für das Segment Diagnostische Antikörper zeige, dass auch dieses Segment in Zukunft positive Ergebnisbeiträge liefern könne, ergänzte er und bestätigte seine Kaufempfehlung für die Titel. Die Morphosys-Papiere fielen um in etwa marktkonforme 3,14 Prozent auf 17,60 Euro.

Für Wirecard-Anteilsscheine indes gaben die Anleger nach überraschend vorgelegten vorläufigen Quartalszahlen 1,78 Prozent weniger aus und bezahlten 8,28 Euro. Damit schlugen sie sich etwas besser als der TecDax. Analyst Thorsten Reigber von der DZ Bank sprach von einem "soliden Wachstum" und einer "soliden fundamentalen Entwicklung" im dritten Quartal und bestätigte sein Anlageurteil "Kaufen". Der Umsatz in Höhe von 60,1 Mio. Euro und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 15,1 Mio. Euro hätten exakt seinen Schätzungen entsprochen. Zudem habe das Unternehmen seine Gesamtjahresprognosen bestätigt. Die Bewertung der Wirecard-Aktie hält Reigber im Vergleich zur Branche "weiterhin für vertretbar".

Die Titel des TecDax-Neulings Evotec fielen derweil um 5,41 Prozent auf 2,10 Euro. Die Aktien des Biotechnologieunternehmens ersetzten die Papiere des Softwareherstellers IDS Scheer , die um 0,33 Prozent auf 15,38 Euro stiegen. Wegen der Übernahme durch die Software AG liegt der Streubesitzanteil von IDS Scheer unter der Mindestgrenze von zehn Prozent. Die Aktie erfülle somit nicht mehr die Voraussetzungen für einen Verbleib im Index, hatte die Deutsche Börse am Montag mitgeteilt. Titel der Software AG fielen indes um 2,91 Prozent auf 59,99 Euro.

Im MDax sanken die Titel von Vossloh ans Indexende. Sie verbuchten nach Vorlage einer enttäuschenden Zwischenbilanz ein sattes Minus von zehn Prozent. Der Verkehrstechnik-Konzern weckte Zweifel an der Erreichbarkeit seiner Prognose für das kommende Jahr, sagten Börsianer. Vossloh litt zuletzt unter einem schwächelnden Geschäft in China und einer eingebrochenen Nachfrage nach Dieselloks.

Angesichts negativ aufgenommener Zahlen des mexikanischen Wettbewerbers Cemex sackten die Titel von Heidelberg-Cement um bis zu neun Prozent ab. Dieser hatte mit seinem Reingewinn im dritten Quartal die Markterwartungen verfehlt.

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