MDax zeitweise auf Allzeithoch
Dax testet im Schlussspurt 3-1 2-Jahres-Hoch

Der Dax hat sich am Dienstag bei ruhigem vorweihnachtlichem Geschäft kaum von der Stelle bewegt. Die Aussicht auf eine hohe Dividende nach dem Verkauf der Degussa-Anteile ließ die Aktie des Versorgers Eon klettern.

HB FRANKFURT. Mit einem Anstieg von in der Spitze 0,3 Prozent auf 5 365,30 Zählern erreichte der Leitindex das höchste Niveau seit April 2002. Zum Handelsschluss notierte er mit 5 356 Punkten noch rund sechs Zähler höher als am Vorabend.

Besonders unterstützt wurde Deutschlands wichtigstes Börsenbarometer vom Kursanstieg bei Eon. Nach dem Verkauf der Degussa-Anteile will Eon seinen Aktionären eine Sonderdividende von 4,25 Euro je Aktie vorschlagen.

Händler sprachen von einem vorweihnachtlich ruhigen Geschäft. „Bei extrem niedrigen Umsätzen haben wir das Jahresende schon eingeläutet“, sagte Nord-LB-Händler Heinz Bernd Schmitz. „Die Bücher sind bei vielen Investoren geschlossen.“

Von den US-Börsen gingen positive Impulse aus. Die US-Erzeugerpreisdaten signalisierten einen geringeren Inflationsdruck als erwartet und stützten damit die Kurse. Bis zum Handelsschluss in Europa pendelten die großen US-Indizes um ihre Vortagesschlussstände.

Degussa legen elf Prozent zu

Die im Dax schwer gewichteten Eon zählten mit einem Plus von 1,7 Prozent zu den größten Gewinnern im Dax. „Die Aussicht auf eine Extra-Dividende nach dem Degussa-Verkauf lockt die Anleger in die Eon-Papiere“, sagte ein Händler. Der Energieriese hatte am Vorabend nach Börsenschluss den Verkauf seiner restlichen Anteile am Spezialchemiekonzern Degussa für rund 2,8 Milliarden Euro - oder 31,50 Euro je Degussa-Aktie - an den Mischkonzern RAG mitgeteilt.

Zudem kündigte Eon am Dienstag zur Sicherung der Energieversorgung in Deutschland Milliarden-Investitionen an.

Die RAG will Degussa von der Börse nehmen und den freien Degussa-Aktionären ihre Anteile für 42 Euro je Aktie abkaufen. Die im MDax notierten Degussa-Titel legten 13 Prozent zu.

Zu den größten Verlierern im Dax zählten mit einem Minus von mehr als einem Prozent die Titel des Softwareherstellers SAP. Händler begründeten die Verluste mit technischen Faktoren. Gewinnmitnahmen drückten die Aktien der seit Montag im Dax notierten Papiere des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE) um 1,5 Prozent.

Die Aktien von Schering legten 0,2 Prozent zu und schlossen dabei unter dem Tageshoch. Der Pharmakonzern will wie erwartet seine Dividende erhöhen und hat zudem mit Bayer eine Einigung im Rechtsstreit über den Verkauf seiner Pflanzenschutztochter CropScience erzielt.

Die Übernahme von 850 Filialen der Konzernmutter Deutsche Post für knapp eine Milliarde Euro trieb im MDax die Aktien der Postbank um 5,8 Prozent in die Höhe. „Die Filialen haben einen hohen strategischer Wert für die Postbank“, begründete Analyst Thomas Rothäusler vom Bankhaus Sal. Oppenheim den Kursanstieg.

Die Aussicht auf die absehbare Einführung eines Medikaments gegen Parkinson verhalf den Aktien von Schwarz Pharma zu einem Kursanstieg von gut sieben Prozent. Der MDax kletterte zeitweise um 0,5 Prozent auf ein Allzeithoch von 7293 Punkte.

Im TecDax schossen die Titel der Biotechfirma GPC Biotech nach Bekanntgabe eines Vermarktungspartners um mehr neun Prozent nach oben.

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