Miese US-Vorgaben belasteten
Börsen in Tokio schließen sehr schwach

Mit einer sehr schwachen Tendenz sind die Kurse am Montag in Tokio aus der Sitzung gegangen. Der Nikkei-225-Index fiel um 2,1 Prozent oder 233 Punkte auf 10 849 und rutschte damit unter die Marke von 11 000 Zählern.

TOKIO. Der Topix-Index verzeichnete ein Minus von 1,8 Prozent bzw. 20 Punkten auf 1 090. Zur Begründung wurde auf die weiter schwache Entwicklung des Dollar gegenüber dem Yen verwiesen, der zeitweise unter das Niveau von 103 Yen gefallen war. Die negativen Vorgaben von Wall Street hätten das Sentiment ebenfalls belastet. Diese Faktoren sorgten vor allem bei den Exportwerten für deutliche Kursabschläge.

Die Anleger hätten sich aus Sorge vor einem weiteren Rückgang des Dollar und im Vorfeld des am Dienstag anstehenden Feiertages in Japan zudem stark zurückgehalten, fügte ein Beobachter hinzu. Den 1 384 Kursverlierern standen 144 Gewinner gegenüber.

Insbesondere Technologieaktien und Papiere Export orientierter Unternehmen verloren an Wert. Analysten verwiesen darauf, dass die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) bei ihrem Treffen in Berlin am Wochenende keine offizielle Erklärung zu den Wechselkursschwankungen abgegeben hätten, weshalb die US-Währung weiter verkauft werde. Zudem trübten ein erneuter Anstieg des Ölpreises und negative Vorgaben der Wall Street vom Freitag die Stimmung an der Börse.

Erneute Sorgen über Lieferengpässe in der nördlichen Hemisphäre ließen den Ölpreis steigen. Der Preis für ein Barrel (=159 Liter) US-Leichtöl zur Lieferung im Januar kletterte um 31 Cent auf 49,20 Dollar. Der Dollar war auch durch Äußerungen des US-Notenbank-Chefs Alan Greenspan in Frankfurt weiter unter Druck geraten. Greenspan hatte gesagt, ein schwacher Dollar sei möglicherweise erforderlich, um das hohe Leistungsbilanzdefizit der USA zu senken. „Obwohl es wohl keine ausdrückliche Politik gibt, den Dollar-Kurs zu senken, scheinen Greenspans Äußerungen zu bedeuten, dass ein Rückgang des Dollar-Kurses unausweichlich ist, um das Problem des hohen Leistungsbilanzdefizits in den USA zu lösen“, sagte Ko Haruki vom Bankhaus HSBC. Greenspan hatte am Freitag gesagt, wegen des hohen US-Leistungsbilanzdefizits müsse der Appetit auf Dollar-Anlagen irgendwann nachlassen und somit der Kurs weiter fallen. Ein billiger Dollar stimuliert amerikanische Exporte, was die Differenz zu den Importen schmälern kann.

Toyota-Aktie verlor drei Prozent

Zu den Verlierern in Fernost gehörten vor allem Titel asiatischer Unternehmen, deren Produkte im Ausland wegen der Dollarschwäche teuer werden und damit schwächer im Wettbewerb stehen. Aktien des Automobilherstellers Toyota Motor verloren knapp drei Prozent, Papiere des Chipproduzenten Toshiba gaben mehr als zwei Prozent nach. Auch Werte des Unterhaltungselektronikkonzerns Sony verloren und notierten rund 2,6 Prozent schwächer, während Videospielhersteller Nintendo rund Prozent verlor.

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