Münchener Rück gaben nach
Europäische Börsen büßen frühe Gewinne ein

Die europäischen Aktien haben am Dienstag nach einem etwas festeren Auftakt schwächer geschlossen. Der DJ Stoxx50-Index ermäßigte sich um 0,9 Prozent auf rund 2 488 Punkte.

Reuters LONDON. Sorgen über eine mögliche Kapitalerhöhung bei der Münchener Rück zogen die Versicherungspapiere ins Minus, während die jüngst markant gestiegenen Rohstoffwerte unter einem Kommentar der Investmentbank Morgan Stanley litten. Von Brokerhochstufungen profitierten dagegen die Papiere des Lebensmittelgiganten Nestle´.

Zu Beginn der Sitzung hatte der leicht stärker als erwartet gestiegene deutsche Ifo-Konjunkturindex für positive Impulse gesorgt. Die US-Konjunkturdaten wurden von Marktteilnehmern ebenfalls als positiv eingeschätzt. Die schwach tendierende Wall Street habe die Anleger allerdings zur Mitnahme der jüngsten kräftigen Kursgewinnen veranlasst. Die Volumen blieben insgesamt gering.

Die Titel der Münchener Rück gaben bei hohen Volumen rund 4 Prozent nach. Händler verwiesen auf Sorgen, der Rückversicherer könnte anlässlich der Vorlage von Geschäftszahlen am Donnerstag eine milliardenschwere Emission bekannt geben.

Im Rohstoffsektor ermäßigten sich die Titel des finnischen Papierherstellers Stora Enso nach der Ankündigung eines Stellenabbaus um 3,6 Prozent. Der Subindex der Rohstoffwerte verlor gut 2,5 Prozent. Die Investmentbank Morgan Stanley hatte zuvor einen vorsichtigen Kommentar zu den grösseren Bergbaukonzernen abgegeben.

Am Aktienmarkt LONDON büßte der FTSE 100-Index bei Kursverlusten im Bank- und Telekomsektor 1,2 Prozent auf 4 277,4 Zähler ein. Der Markt habe die positiven US-Konjunkturdaten ignoriert und sei der schwach tendierenden Wall Street nach unten gefolgt, sagten Händler. Als Belastung erwiesen sich etwa die Titel der Bank Abbey National, die 3,6 Prozent sanken. Die Papiere des Telekomriesen Vodafone verloren 2,5 Prozent. Deutliche Kurseinbusse mussten auch Technologiewerte hinnehmen, die jüngst von den Intel-Angaben profitiert hatten. So fielen die Titel der Softwarefirma Sage um fünf Prozent, während jene des Mikrochipdesigners ARM 3,3 Prozent abgaben. Astra Zeneca profitierten indes von neuen Daten zu seinem Cholesterin-Medikament Crestor und gewannen 2 Prozent.

Der SMI der SCHWEIZER Aktien schloss 0,3 Prozent leichter bei 5 156,7 Punkten. Schwergewicht Nestle´ bewahrte den Markt mit einem Kursanstieg von 0,8 Prozent vor einem weiteren Rückgang. Verschiedene Banken hatten Nestle´ neu zum Kauf empfohlen oder das Rating bestätigt. Neben UBS, Goldman Sachs und der Banque Syz habe auch die Deutsche Bank sich sehr positiv zu Nestle´ geäußert. Die Deutsche sei auch recht aktiv im Markt, so ein Händler. Nestle´ seien zudem als der defensive Fels in der Brandung gesucht worden. Andere Schwergewichte wie UBS oder Zurich gaben die frühen Gewinne wieder ab. UBS rutschten leicht ins Minus. Novartis und Roche verloren 0,8 und 0,7 Prozent. Die zyklischen Chemiewerte tendierten dagegen überwiegend leicht fester. Auch einzelne Maschinenwerte konnten sich im positiven Bereich halten.

An der Börse PARIS büßte der CAC 40-Index 1,1 Prozent auf 3 256,69 Zähler ein. Die Titel des Medienkonzerns Vivendi Universal gaben 2,5 Prozent nach, und die Aktien des Stahlkonzerns Arcelor verloren 3,8 Prozent. Im Nebenwerteindex legten die Papiere des Rückversicherers Scor entgegen dem schwachen Sektortrend nach der Vorlage von Geschäftszahlen um 3,3 Prozent zu.

Der AEX der Börse AMSTERDAM ermäßigte sich um 1,1 Prozent auf 327,01 Zähler. Die Papiere des Handelskonzerns Hagemeyer fielen nach Vorlage eines grösser als zuvor prognostizierten Halbjahresverlustes um 4,8 Prozent. Versicherer Aegon verlor 2,8 Prozent und Philips büßten 1,8 Prozent ein. Nach dem Verkauf eines US-Geschäftsteils legten die Titel des Einzelhändlers Ahold dagegen ein Prozent zu.

In MAILAND schloss der MIB 30-Index 0,7 Prozent schwächer bei 25 371 Zähler. Telecom Italia büßten 1,9 Prozent ein. Die Versorger Eni sowie Enel gaben jew rund 0,5 Prozent ab. Dagegen schossen Alitalia über 9 Prozent nach oben. Der italienische Transportminister hatte zuvor gesagt, verschiedene Gruppen seien an einer Beteiligung an der verschuldeten Fluggesellschaft interessiert. Capitalia gewannen 2,5 Prozent, nachdem der Unternehmer Robarto Colaninno einen Anteil von 1 Prozent der Bank übernommen hatte.

Der Ibex 35-Index der Börse MADRID verlor 0,5 Prozent auf 7 130 Punkte. Telefonica verloren 0,9 Prozent und auch die Titel der Grossbanken BBVA und Santander schlossen leichter. Die Titel des Bezahlfernsehkonzerns Sogecable rutschten nach Anfangsgewinnen ins Minus. Am Montag hatte das Unternehmen mit den spanischen Fussballklubs eine Einigung über Übertragungsrechte erzielt.

An der Börse STOCKHOLM notierte der OMX 1 Prozent schwächer bei 583,9 Zählern. Die Titel der Bank Nordea lasteten mit einem Minus von 3,2 Prozent auf dem Markt. Die Papiere des Börsenbetreibers OM fielen um rund fünf Prozent. Händler verwiesen dabei auf die Übernahmeofferte für die Börse Helsinki (HEX).

Am WIENER Aktienmarkt schloss der ATX 0,4 Prozent fester bei 1 358,49 Punkten. Die Aktien der Telekom Austria, welche nach Händlerangaben über den Erwartungen liegende Halbjahreszahlen veröffentlicht hatte, notierten um 1,3 Prozent fester. Die staatliche ÖIAG gab bekannt, dass bis zum 22. Januar 2004 keine weiteren TA-Aktien verkauft werden. Priorität habe die Privatisierung der voestalpine über die Börse. Voestalpine gaben nach der ÖIAG-Ankündigung 3,1 Prozent nach.

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