Nach Berg- und Talfahrt
Dax schließt im Minus

Gewinnmitnahmen haben an einem für die deutsche Finanzwelt wenig ereignisreichen den Dax am Dienstag ins Minus gedrückt. Nach einem vorübergehenden Anstieg auf bis zu 7740 Punkte rutschte der Dax wieder ab und ging letztlich mit einem Abschlag von 0,4 Prozent auf 7678 Zählern aus der Sitzung. „Der Markt ist hochgradig nervös“, sagte ein Händler.

HB FRANKFURT. „Es gibt einfach keine einheitliche Richtung, da auch die Nachrichten fehlen“, sagte ein anderer Händler. „Jetzt, wo die Quartalsergebnisse durch sind, fehlen die Impulse für einen weiteren Anstieg“. Der Dax wird nach Ansicht vieler Börsianer in den kommenden Wochen weiter schwanken. „Der Markt wird sich meiner Meinung nach erst wieder beruhigen, wenn die nächsten Quartalszahlen Ende Juli kommen“, sagte ein Händler.

Zudem steht am Freitag der große Verfall an. Dann laufen am Terminmarkt Derivate auf Dax und Einzelaktien aus. Deswegen versuchen die Marktteilnehmer häufig, die Kurse in die für sie günstige Richtung zu drücken. Das dürfte den Markt diesmal aber eher stützen, sagte ein Händler. Viele Marktteilnehmer dürfte der rasche Anstieg des Dax überrascht haben, so dass sie sich vorher zu negativ positioniert haben.

Nachrichten, die dem Markt hätten Impulse geben können, gab es am Dienstag nicht, und so sorgten Analystenkommentare für die deutlichsten Kursreaktionen. Tagesgewinner Siemens verdankte sein Plus von 1,1 Prozent auf 97,43 Euro einer positiven Beurteilung durch Morgan Stanley. Im Zuge einer möglichen Konzentration der Geschäftsfelder könnte sich Siemens von einigen Segmenten trennen, damit könnte der Konzern seine Kasse um bis zu 20 Mrd. Euro füllen, schrieben die Analysten. „Wenn Morgan Stanley eine so drastische Kurszielanhebung um 20 Euro auf 130 Euro vornimmt, dann hört der Markt darauf“, sagte ein Händler.

DaimlerChrysler-Aktien profitierten von einer Erhöhung des Kursziels durch die Deutsche Bank. Die Aktie hielt sich knapp im Plus.

Der Hypo Real Estate kamen keine Analysten zur Hilfe: Mit einem Abschlag von 1,5 Prozent stand die Aktie des Immobilienfinanzierers unter Druck, ebenso wie die der Commerzbank, die sich um 1,6 Prozent verbilligte. „Gewinnmitnahmen“, hieß es dazu von Händlern. Die Titel seien zuletzt gut gelaufen, und schließlich belasteten steigende Zinsen Finanzwerte besonders stark. Die Postbank-Aktie kam um 1,7 Prozent zurück.

Bei den Nebenwerten im MDax ragten die Titel von Wacker Chemie mit einem Plus von knapp drei Prozent heraus. Auch hier machten Händler einen positiven Analystenkommentar für das Interesse an dem Konzern verantwortlich. Von einer Kaufempfehlung profitierten die Papiere des Finanzdienstleisters AWD, die sich mit einem Plus von 0,6 Prozent ebenfalls in die Gewinnerliste einreihten. Praktiker fielen dagegen um 3,2 Prozent zurück - allerdings auch wegen eines Dividendenabschlags von 0,45 Euro je Aktie. Der MDax selbst gab nicht so deutlich nach: Der Index fiel um 1,5 Prozent zurück.

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