Nach Bericht zu Dialyse-Verkauf
Gambro-Aktie vom Handel ausgesetzt

Die Stockholmer Börse hat den Handel mit Aktien des schwedischen Dialysespezialisten und Fresenius-Medical-Care-Wettbewerbers Gambro ausgesetzt. Das „Wall Street Journal“ (WSJ) hatte zuvor berichtet, das Unternehmen stehe kurz davor, seine Dialysesparte für etwa drei Milliarden Dollar zu verkaufen.

HB STOCKHOLM. Die Aktie bleibe ausgesetzt, bis weitere Informationen in dieser Woche veröffentlicht würden, teilte die Börse mit. Im WSJ-Bericht hatte es geheißen, der US-Wettbewerber DaVita stehe kurz vor einer Vereinbarung zum Kauf der Dialysegeschäfte von Gambro. „Der Handel mit Gambro-Aktien wurde ausgesetzt auf Grund der Marktspekulationen, die aus einem Bericht herrühren, der in der heutigen Ausgabe des Wall Street Journal veröffentlicht wurde“, hieß es in einer Mitteilung von Gambro. Es sei aber Unternehmenspolitik, Gerüchte nicht zu kommentieren.

„Zu diesem Zeitpunkt gibt es keine weitere Stellungnahme“, hieß es. Die Dialyse-Sparte trug vergangenes Jahr etwa 60 Prozent zum Gambro-Jahresumsatz von 26,1 Milliarden Kronen bei. Gambro ist mit einem Börsenwert von 4,6 Milliarden Dollar weltweit die Nummer Zwei bei der Versorgung chronisch Nierenkranker nach der Bad Homburger Fresenius Medical Care. Gambro versorgt derzeit mehr als 55 000 Dialysepatienten in über 700 Kliniken rund um den Globus. Die im kalifornischen El Segundo ansässige DaVita ist ebenfalls im Geschäft mit der Versorgung von Dialyse-Patienten tätig.

Zwar sei ein Scheitern der laufenden Verhandlungen nach wie vor immer möglich, aber eine Vereinbarung könne noch innerhalb dieser Woche angekündigt werden, hieß es im WSJ-Bericht unter Berufung auf mit der Situation vertraute Kreise. DaVita würde den Kauf der Gambro-Geschäfte dann über Bankschulden und Anleihen finanzieren. Das US-Justizministerium werde jedoch eine Vereinbarung zwischen den beiden Unternehmen wahrscheinlich wegen Kartellfragen genau unter die Lupe nehmen. Bei DaVita war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Nach Einschätzung von Analysten ist ein Verkauf des Geschäfts durchaus möglich. „Das ist nicht komplett unwahrscheinlich. DaVita möchte größer werden“, kommentierte ein ungenannt bleiben wollender Analyst den Bericht. Dies habe schon eine Weile unter der Oberfläche gekocht. Die A-Aktien von Gambro lagen vor Handelsaussetzung drei Prozent im Plus bei 92,5 Kronen, B-Aktien gewannen 2,9 Prozent auf 89,5 Kronen.

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