Nach dem Absturz
In Asien mehren sich kritische Stimmen

Nach dem Absturz des Nikkei-Index auf deutlich unter 15 000 Punkte sind Analysten auch für die kommenden Monate nicht allzu optimistisch. Zumindest bis in den Herbst hinein rechnen viele Experten mit keinen großen Kurssprüngen mehr.

TOKIO. Seit seinem Hoch im April ist der Nikkei um 17 Prozent gefallen. Es sind die ausländischen Investoren, die dem Markt in den vergangenen beiden Jahren seine Gewinne beigebracht hatten, die jetzt ihre Anteile in Massen verkaufen und die Gewinne mitnehmen. Mit steigenden Zinsen sinkt die weltweite Liquidität, so ziehen sie Risikokapital ab – unter anderem aus Japan.

Die japanischen Inlandsinvestoren sind aber bisher noch nicht, wie von Optimisten gehofft, deutlich stärker als Käufer aufgetreten, um diese Entwicklung aufzufangen. Unter anderem sorgt der jüngste Skandal um Insiderhandel des bekanntesten Aktivisitenfonds-Gründers Yoshiaki Murakami für Verunsicherung bei den Anlegern, heißt es. Prognosen von 20 000 Punkten für den Nikkei zum Jahresende gibt es jedoch immer noch.

Zudem verunsichern die Anleger die Aussichten über die US-Konjunktur wie andernorts auch in Tokio. Immer noch sind die USA der größte Exportmarkt für Japan und von großer Bedeutung für andere asiatische Märkte. Zumindest bis in den Herbst hinein rechnen viele Analysten angesichts der unsicheren Entwicklung der Weltkonjunktur mit einem Pendeln der Aktienindizes um den jetzigen Stand.

Im Zuge der Sorgen um die Weltkonjunktur gaben auch andere asiatische Indizes nach. Der Kospi Index in Südkorea etwa sank um 3,5 Prozent auf ein Sechsmonatstief. Im Sog der fallenden US-Börse hatte eine unerwartete Zinserhöhung durch die Bank von Korea den Pessimismus an der Börse verstärkt. Finanzminister Han Duck Soo sagte, die Negativrisiken für die Konjunktur träten jetzt klar zutage.

In Japan fiel der Nikkei um 3,1 Prozent oder 462 Punkte auf 14 633 Yen. Mit einem außergewöhnlich hohen Handelsvolumen von knapp 2,7 Billionen Aktien. Es traf dabei nicht nur die Bluechip-Werte. Der breiter gestreute Topix gab um 3,4 Prozent auf 1482 Punkte nach – auch er fiel erstmals seit einem halben Jahr unter die Marke von 1500.

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