Nach dem Aktiencrash: Die Sechs-Tage-Rally

Nach dem Aktiencrash
Die Sechs-Tage-Rally

So schnell kann es gehen: Innerhalb von sechs Handelstagen legt der Dax um mehr 800 Punkte zu. Ist dieser Anstieg nachhaltig? Oder nur eine Erleichterungsrally auf dem Weg zu neuen Tiefs? Was Experten meinen.

DüsseldorfNoch in den vergangenen Tagen herrschte an den Börsen Alarmstimmung. „Es gab Phasen während der vergangenen Handelswoche, da konnte man den Eindruck gewinnen: Erst fallen die Aktienkurse, darüber erschrecken die Marktteilnehmer, und dann fallen die Aktienkurse gleich weiter“, schreibt Börsenexperte Joachim Goldberg in seinem Marktausblick. Ein Vorgang, den der US-Investor George Soros als „reflexivity“ (Rückkopplung) beschreibt.

Fakt war aber auch: Die Investoren schalteten seit Jahresanfang wieder in den „Risiko-Off-Modus“. Sie verkauften Aktien und kauften hingegen die vermeintlich sicheren Staatsanleihen – zum ersten Mal seit der Finanzkrise 2008. Der Markt preiste eine Rezession in den USA ein, obwohl die Konjunkturdaten es nicht hergaben. Dies war auch ablesbar am Ölpreis und dem Markt für Hochzinsanleihen. (Hier geht es zum ausführlichen Artikel vom vergangenen Samstag). Hinzu kamen mögliche Probleme in China und der drastische Kursverfall der Bankaktien. Diese geballten Probleme rochen nach einer neuen Finanzkrise.

„Die Stimmung ist schlechter als die Lage. Der Schwanz wedelt mit dem Hund“, fasste Robert Halver, Leiter Kapitalmarktstrategie der Baader Bank, die Situation zusammen. Deswegen reichten einige halbwegs positive Konjunkturdaten aus den USA, damit sich die Stimmung verbesserte und die Investoren wieder Risiken ins Depot nahmen. So legten in den USA die Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion zu, die Bauzahlen waren stabil.

Das Ergebnis: Viele Aktienindizes haben sich seit dem neuen Jahrestief der vergangenen Woche wieder deutlich erholt. Der Dax ist von seinem neuen Jahrestief von 8700 Zählern am vergangenen Donnerstag wieder mehr als 800 Punkte gestiegen. Der Verfall des Ölpreises ist vorläufig gestoppt, der Renditeabstand zwischen deutschen und südeuropäischen Anleihen hat sich verringert und die Bundesanleihen beendeten ihre Kursrally. Doch sind die Gewinne am Aktienmarkt nur eine Erleichterungsrally? Oder der Beginn eines nachhaltigen Kursanstieges?

Viele Analysten warnen vor zu hohen Erwartungen der Anleger. Denn von den Problemen, die zum drastischen Kursverfall führten, ist noch keines gelöst. Die Erholung bedeutet keineswegs, dass die Talsohle erreicht ist, meint dementsprechend auch Strategin Marcella Chow von JP Morgan Asset Management. Erst wenn die Konjunktur in China sich gefangen und die Notenbanken ihre Glaubwürdigkeit bei den Investoren zurück gewonnen haben, werde wieder Ruhe einkehren. Vorläufig rate sie ihren Kunden, bis zu 70 Prozent ihrer Portfolios in Anleihen anzulegen.

Für Charttechniker, die aus Kursbewegungen der Vergangenheit Prognosen für die künftige Entwicklung ableiten, hat sich nach dem gestrigen Handelstag mit dem Sprung über die Marke von rund 9300 Zählern zumindest die Lage deutlich verbessert. Denn diese Marke war ein wichtiger Widerstand auf dem Weg zu höheren Kursen, weil in dem Bereich sowohl das Tief des Monats Januar 2016 als auch das von September und August des vergangenen Jahres lag.

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25 Dax-Aktien sind angeschlagen

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