Nach der Einigung
Blasser Jubel an griechischer Börse

Griechenland steht nach Wochen harter Verhandlungen mit seinen Gläubigern vor der Rettung. Doch wer als Folge ein Feuerwerk an der griechischen Börse erwartet hatte, der wurde enttäuscht.
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DüsseldorfVon der Grundsatzeinigung auf ein milliardenschweres Rettungspaket profitieren die Aktienkurse an den griechischen Börsen. Der Leitindex ASE stieg im Vormittagshandel um 1,8 Prozent auf 702 Punkte. Deutlich mehr profitierten die griechischen Banken. Der entsprechende Index stieg um mehr als acht Prozent. Die Aktien der National Bank of Greece konnten um 6,6 Prozent zulegen.

Damit haben die griechischen Aktien nur einen kleinen Teil ihrer Verluste wettgemacht, die sie seit der Wiedereröffnung am Montag (3. August) nach gut einem Monat Zwangspause erlitten. Allein am besagten Montag gab der Aktienindex um mehr als 20 Prozent nach, der griechische Bankenindex notierte am ersten Handelstag Anfang August satte 30 Prozent im Minus. Der ASE-Index fiel seit der Wiedereröffnung von 800 Punkten auf zwischenzeitlich 640 Zähler.

Entsprechend gefallen sind am heutigen Montag die Renditen der griechischen Staatsanleihen. Die der Bonds mit zweijähriger Laufzeit sank um vier Prozentpunkte, Anleger können damit noch eine Rendite von etwas mehr als 15 Prozent erzielen. Die 10-jährigen Staatsanleihen fielen um 70 Basispunkte auf eine Rendite von 10,5 Prozent.

Dabei waren die Umsätze mit den Bonds, die seit dem 3. August wieder an der Börse Stuttgart gehandelt werden, gering. „Ein Grund dürfte sein, dass kaum noch Privatanleger im Bereich griechischer Staatsanleihen aktiv sind“, erläutert Michael Görgens, Leiter des Fonds- und Anleihehandels an der Börse Stuttgart.

Falls spekulative Anleger jetzt wieder auf griechische Bankaktien setzen wollen: Ob alle börsennotierten Kreditinstitute überleben, das ist keineswegs sicher. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters von Anfang Juli 2015 stehen mehrere griechische Banken vor dem Aus. Insidern zufolge könnten von den vier wichtigsten Geldhäusern National Bank of Greece, Eurobank, Bank of Piraeus und Alpha Bank nur zwei übrig bleiben. Diese Institute stehen zusammen mit Attica Bank für etwa ein Fünftel des gesamten Börsenwerts des Athener Aktienmarktes.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung

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