Nach drei Tagen mit Gewinn
Gewinnmitnahmen beenden Rally an der Wall Street

Die amerikanischen Aktienbörsen haben am Mittwoch nach mehrtägigen leichten Kursgewinnen auf Grund von Gewinnmitnahmen Rückschläge verbucht. Die Verluste erfassten viele Standard- und Technologieaktien. Inflations- und Zinssorgen spielten ebenfalls eine Rolle.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verließ den Markt 0,61 % niedriger mit rund 10 368 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index sank um 0,95 % auf etwa 1 131 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sackte um 1,63 % auf rund 1 990 Punkte ab.

„Das sind reine Gewinnmitnahmen vor dem langen Wochenende, nachdem wir drei Geschäftstage in Folge mit Gewinnen hatten“, sagte Michael O'Hare von Lehman Brothers. Am Freitag bleiben die meisten Finanzmärkte in den USA wegen der Trauerfeiern anlässlich des Todes des ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan geschlossen.

„Nach drei Tagen mit Gewinnen waren wir reif für eine Atempause. Die Überraschung des Tages ist, dass der Rückgang der Ölpreise keine größere positive Wirkung gezeigt hat,“ sagte Frederic Dickson, Stratege bei D.A. Davidson & Co. Erneute Käufe von Fondsgesellschaften trieben den Ölpreis am Mittwoch gegen Handelsende wieder etwas nach oben. Für ein Barrel (knapp 159 Liter) der marktführenden Nordsee-Ölsorte Brent zur Lieferung im Juli wurden in London zuletzt 35,30 Dollar und damit 24 US-Cent mehr als am Vortag bezahlt. Leichtes US-Öl verteuerte sich um 26 Cent auf 37,54 Dollar.

Wenig Beachtung fanden Börsianern zufolge die vom US-Handelsministerium vorgelegten Daten zu den Lagerbeständen und Umsätzen der US-Großhandelsfirmen im April. Die Lagerbestände waren erstmals seit August 2003 gefallen, während die Umsätze erneut ein robustes Wachstum aufwiesen. Die Anleger sähen stattdessen den Erzeugerpreis-Daten für Mai entgegen, die das Arbeitsministerium ursprünglich am Donnerstag hatte vorlegen wollen. Das Ministerium verschob die Veröffentlichung jedoch wegen Berechnungsproblemen, die Daten sollen jetzt nicht vor dem 15. Juni bekannt gegeben werden. Volkswirte rechnen im Schnitt mit einem Anstieg um 0,6 % nach 0,7 % im April. In der Kernrate, ohne die saisonabhängigen Energie- und Nahrungsmittelkosten, erwarten sie wie schon im Vormonat ein Plus von 0,2 %. „Die Anleger konzentrieren sich auf die Erzeugerpreise, weil das ein Inflationsbericht ist, und über die Teuerung wird immer mehr geredet“, sagte O'Hare. Die Diskussion über Inflation und Zinsen hatte am Vortag US-Notenbankchef Alan Greenspan angestoßen. Dieser hatte für den Fall einer unerwartet stark anziehenden Inflation eine kräftige Zinserhöhung nicht ausgeschlossen. Derzeit liegt der Schlüsselzins der Fed mit 1,00 % auf dem niedrigsten Niveau seit 1958.

Seite 1:

Gewinnmitnahmen beenden Rally an der Wall Street

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%