Nach Gewinnwarnung von GM
Dax: GM zieht Autoaktien runter

Eine Gewinnwarnung des US-Autobauers General Motors (GM) hat am Mittwoch an den deutschen Aktienmärkten kräftige Verkäufe ausgelöst. Als Belastungsfaktoren machten Börsianer zudem den Anstieg des Euro sowie ein Rekordhoch beim Ölpreis verantwortlich.

HB FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax) beendete den elektronischen Handel auf Xetra mit einem Minus von rund 1,8 % auf 4 309,11 Zähler. Für schlechte Stimmung sorgte am Nachmittag vor allem die Prognosekorrektur des US-Autobauers GM. „Wenn GM eine Gewinnwarnung abgibt, zieht das natürlich die gesamte Branche mit nach unten“, sagte ein Händler. Zuvor hatten erneut rückläufige Pkw-Neuzulassungen in Europa im Februar die Kurse der Autowerte belastet.

Die Ankündigung der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), ihre Produktion um zwei Prozent zu erhöhen, sorgte nur zeitweise für eine leichte Entspannung an den Ölmärkten. Ein überraschend deutlicher Rückgang der Öl-Lagerbestände in den USA trieb den Ölpreis am Nachmittag auf ein neues Rekordhoch. Für ein Barrel (159 Liter) der führende US-Ölsorte Crude Light mussten zeitweise 56,35 Dollar bezahlt werden. Für Verstimmung sorgte nach Aussage von Börsianern auch der unerwartet deutliche Anstieg des US-Leistungsbilanzdefizits im vierten Quartal. Der Euro stieg daraufhin wieder deutlich über die Marke von 1,34 Dollar. Die US-Börsen lagen zum Handelsschluss in Deutschland im Minus.

Autowerte unter Druck

Die Anleger trennten sich nach der Gewinnwarnung von GM verstärkt von ihren Autowerten. Der weltgrößte Autohersteller hatte seine Gewinnerwartungen für das laufende Jahr deutlich nach unten geschraubt und erwartet für das laufende Quartal wegen des schwachen Nordamerika-Geschäfts einen Verlust.

Die Titel von Daimler-Chrysler verloren 2,9 % auf 33,87 €, die Papiere von VW gaben 2,7 % auf 35,21 € nach. Die Aktien von BMW konnten sich über weite Strecken des Handels gegen den Abwärtstrend stemmen, ehe die Prognosekorrektur von GM die BMW-Titel 0,9 % auf 34,22 € ins Minus drückten. Der Münchner Konzern hat als einziger der drei großen deutschen Autobauer seinen Europa-Absatz im Februar gesteigert. Positiv aufgenommen wurde zudem der Ausblick für 2005. „Die Aussagen von BMW werden vom Markt dahingehend gewertet, dass der Gewinn 2005 leicht über dem Niveau des Vorjahres liegen wird“, sagte Postbank-Händler Ascan Iredi.

Größter Dax-Verlierer waren jedoch mit einem Abschlag von 3,5 % auf 18 € die Titel der Münchener Großbank HVB, gefolgt von der Deutschen Bank, die drei Prozent auf 67,29 € nachgaben.

Für Verunsicherung bei den Schering-Aktionären sorgte ein Zulassungsantrag bei der US-Behörde FDA für eine Nachahmer-Variante des Schering-Verhütungsmittels Yasmin. „Das wäre eine Bedrohung für Schering, da die Yasmin-Familie das Potenzial hat, zum Hauptumsatzbringer von Schering zu avancieren“, sagte Analyst Martin Possienke von Equinet. „Die Einführung eines Yasmin-Generikums wird aber sicher noch einige Jahre auf sich warten lassen.“ Schering kündigte an, seinen Patentschutz zu verteidigen. Schering-Papiere verloren 1,6 % auf 55,12 €.

Bei den Nebenwerten im MDax rückten Spekulationen um einen Führungswechsel bei KarstadtQuelle deren Aktien in den Fokus der Anleger. Der Aufsichtsrat des angeschlagenen Warenhauskonzerns machte jedoch deutlich, weiter hinter Vorstandschef Christoph Achenbach zu stehen. Die Spekulationen wurden von einem Magazin-Bericht ausgelöst, demzufolge Achenbach dem Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff seinen Rücktritt angeboten hat. Karstadt-Quelle-Aktien zählten mit einem Plus von 1,5 % auf 8,16 € zu den größten Gewinnern im MDax.

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