Nasdaq behauptet
Wall Street von Ängsten getrieben

Wiederauflebende Zins- und Inflationsängste wegen der anhaltend hohen Ölpreise und des bevorstehenden Treffens der US-Notenbank (Fed) haben den Anlegern zum Start in die verkürzte Handelswoche vor Ostern den Appetit auf Aktien verdorben.

HB NEW YORK. Die führenden Indizes gerieten durchweg ins Minus, erholten sich aber etwas von ihren zuvor erreichten Tagestiefs.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verließ den Handel 0,6 % ermäßigt mit rund 10 565 Zählern. Im Geschäftsverlauf hatte er sich zwischen einem Hoch von 10 630 und einem Tief von 10 534 Punkten bewegt. Der S&P-500-Index gab 0,49 % auf etwa 1 183 Punkte nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,01 % auf rund 2 007 Punkte. Am Karfreitag bleiben die US-Börsen geschlossen.

Händlern zufolge warten die Investoren gespannt, ob der Offenmarktausschuss der Fed (FOMC) am Dienstag bei seiner Zusicherung bleibt, die Geldpolitik "maßvoll" zu straffen. Eine siebte Erhöhung des Schlüsselzinses der Fed seit Juni um wieder 25 Basispunkt auf dann 2,75 % haben die Finanzmärkte bereits in Rechnung gestellt. "Am Markt herrscht Übereinstimmung darüber, dass sie (der FOMC) an dem Wort maßvoll festhalten werden, weil sie nicht Unruhe an den Finanzmärkten stiften wollen", sagte Hugh Johnson von Johnson Illington Advisors. "Wenn sie das Wort maßvoll entfallen lassen sollten, würde das signalisieren, dass sie sich allmählich über die Inflation sorgen und bereit sind, die Zinsen aggressiver zu erhöhen", fügte er hinzu. Händler gingen jedoch davon aus, dass der Markt nicht weit von einer Erholung entfernt ist. "Wir sind eindeutig überverkauft und reif für eine Umkehr. Ich glaube, das ist der Grund für die leichte Erholung", sagte Neil Massa von John Hancock Funds.

Unter der Nervosität des Marktes vor dem Treffen der Fed litten vor allem zinsempfindliche Titel. Viele Anleger trennten sich vorsichtshalber von Papieren des weltgrößten Finanzkonzerns Citigroup, die mehr als 2,3 % auf 45,76 Dollar einbüßten. Auch Papiere der Bank of America stießen sie ab und drückten damit den Kurs um gut 1,4 % auf 44,30 Dollar.

Die Aktien des Versicherers American International wurden wegen der andauernden Ermittlungen der US-Behörden und des erzwungenen Rücktritts des langjährigen Chefs Maurice Greenberg weiterhin verkauft. Der Kurs der Papiere sackte um mehr als 3,1 % auf 57,90 Dollar ab.

Wegen einer Niederlage der Tabak-Tochter Philip Morris vor eine Gericht in Kalifornien gerieten die Papiere der Muttergesellschaft Altria unter Druck und verloren knapp mehr als 2,2 % auf 63,28 Dollar. In dem Rechtsstreit geht es unter anderem um millionenschwere Buß- und Entschädigungszahlungen an eine Raucherin, die an Lungenkrebs leidet.

Dagegen erfreuten sich die Titel des weltgrößten Autokonzerns General Motors lebhafter Nachfrage und erholten sich nach den Einbußen der Vorwoche um mehr als 3,7 % auf 29,69 Dollar. Das "Wall Street Journal" hatte zuvor berichtet, GM wolle die Zahl seiner Angestellten in Nordamerika reduzieren.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,45 Mrd. Aktien den Besitzer. 995 Werte legten zu, 2 351 gaben nach und 146 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,63 Mrd. Aktien 1 419 Werte im Plus, 1 668 im Minus und 153 unverändert.

An den US-Kreditmärkten verloren die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 3/32 auf 95-27/32 Punkte. Sie rentierten mit 4,523 %. Die 30-jährigen Bonds gaben 9/32 auf 108-2/32 Zähler ab. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,826 %.

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