Negative Impulse aus USA
Dax testet Vier-Wochen-Tief

Ein enttäuschender Umsatz-Ausblick des weltgrößten Chipherstellers Intel und wachsende Inflationsängste haben den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch zeitweise auf den tiefsten Stand seit einem Monat geschickt.

HB FRANKFURT. Der Dax beendete den elektronischen Handel bei 4 845,98 Punkten - ein Minus von 2,05 Prozent. MDax und TecDax mussten mit einem Abschlag von jeweils rund 2,7 Prozent noch höhere Abschläge verkraften.

Viele Anleger wollten nach Einschätzung von Börsianern die Gewinne der vergangenen Wochen sichern: „Die Aktien, an denen durch die jüngsten Kursgewinne noch ordentlich Speck ist, werden an einem Tag wie heute als erste verkauft“, fasste ein Händler den Markttrend zusammen.

Intel hatte mit seinem Zwischenbericht am Vorabend nach US-Börsenschluss die Anleger enttäuscht. Zwar steigerte der Konzern seinen Quartalsumsatz, doch blieb die Umsatzprognose für das vierte Quartal hinter den Erwartungen zurück.

Wie am Vortag belastete zusätzlich die Angst der Investoren vor steigenden Zinsen die Märkte. „Die anziehenden Preise auf beiden Seiten des Atlantiks haben die Inflationsängste angeheizt“, sagte ein Händler. Die am Vortag stärker als erwartet gestiegenen US-Erzeugerpreise hatten zudem neue Spekulationen ausgelöst, die US-Notenbank könne stärker und für längere Zeit als bislang gedacht ihren Leitzins erhöhen.

Die Dax-Verliererliste wurde den größten Teil des Tages von Tui mit einem zeitweiligen Abschlag von bis zu fünf Prozent angeführt. „Bei Tui kommen viele Gründe zusammen. Einer davon ist die Vogelgrippe“, sagte ein Händler. Die Aktien der Lufthansa verloren in der Spitze mit fast drei Prozent ebenfalls mehr als der Gesamtmarkt. „Sars hatte seinerzeit zu Einbußen geführt. Die Vogelgrippe weckt jetzt böse Erinnerungen“, sagte ein Händler. Tui erklärte, die Vogelgrippe wirke sich bislang nicht messbar auf das Geschäft aus.

Deutsche Börse standen ebenfalls auf den Verkaufszetteln der Anleger und büßten mehr als 2,5 Prozent ein. Nach einer Entscheidung der deutschen Finanzaufsicht müssen die opponierenden Aktionäre den übrigen Investoren kein Pflichtangebot unterbreiten, da den Hedgefonds kein abgestimmtes Handeln beim erzwungenen Abgang des früheren Börsenchefs Werner Seifert nachgewiesen werden könne. „Damit ist die Fantasie aus dem Titel erstmal raus“, kommentierte ein Händler die Verluste. Manche Anleger hätten auf eine solche Offerte spekuliert.

Deutsche Post verloren knapp vier Prozent. Durch Portosenkungen für verschiedene Briefarten ab dem kommenden Jahr verliert das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 30 Millionen Euro Umsatz. Zusätzlich habe das Gerücht, die KfW werde in Kürze ein weiteres Post-Aktienpaket des Bundes am Markt platzieren, den Kurs belastet, sagten Händler.

Stärker als der Dax verloren mit einem Abschlag von 3,7 Prozent auch die Aktien des Autozulieferers Continental. Händler verwiesen auf schlechte Nachrichten eines US-Konkurrenten. Auch die Aktien von DaimlerChrysler sanken um drei Prozent. Einige Anleger fürchteten, dass die US-Tochter Chrysler im Oktober auf ihrem Heimatmarkt die Zurückhaltung der Verbraucher besonders stark zu spüren bekommen haben könnte.

Technologieaktien gehörten nach den schlechten Nachrichten von Intel zum Erstaunen der Börsianer nicht zu den schwächsten Papieren. Zwar verbilligten sich Infineon um 3,2 Prozent, im TecDax verloren Aixtron dagegen vergleichsweise moderate 1,8 Prozent. Epcos sanken nach enttäuschenden Quartalszahlen ebenfalls um 1,8 Prozent.

Im MDax gehörten mit Salzgitter besonders die Favoriten der vergangenen Wochen zu den größten Verlierern. Der Stahltitel hatte im bisherigen Jahresverlauf rund 170 Prozent gewonnen und gab am Mittwoch fast neun Prozent nach. Mit den Aktien des Finanzdienstleisters MPC wurden die Aktien des Vorjahresfavoriten um sieben Prozent gedrückt.

Im TecDax führten die Aktien des bisherigen Jahresfavoriten Solarworld die Verliererliste mit einem Minus von zeitweise zehn Prozent an. Solarworld-Aktien haben seit Jahresanfang satte 230 Prozent an Wert gewonnen.

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