Nervöser Markt
Deutsche Bank rettet Dax

Enttäuschende Zahlen zum US-Wirtschaftswachstum haben am Donnerstag den Deutschen Aktienindex (Dax) belastet. Deutlichere Kursverluste verhinderte der Aufschlag bei den Aktien des Dax-Schwergewichts Deutsche Bank.

HB FRANKFURT. Deutschlands wichtigster Börsenindex schloss 0,3 % tiefer bei 4178 Punkten. "Das US-Bruttoinlandsprodukt hat die Prognosen verfehlt. Der Markt ist sehr nervös im Moment und deshalb auch sehr empfänglich für schlechte Nachrichten", sagte Stephan Linz, Händler bei der BW Bank. Am Nachmittag hatte das unter den Prognosen ausgefallene US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) den Dax zusätzlich belastet. Das vorläufige BIP stieg im ersten Quartal um 3,1 %.

Für etwas Unterstützung sorgte dagegen der Rückgang des Ölpreises. Zeitweise fiel der Preis für leichtes US-Öl am Terminmarkt sogar unter 50 Dollar pro Barrel (159 Liter).

Mit Aktienkäufen honorierten die Anleger den überraschend deutlich gestiegenen Vorsteuergewinn der Deutschen Bank. Auch das für das Gesamtjahr angepeilte Renditeziel von 25 % vor Steuern übertraf der Konzern. Die Titel kletterten um 1,7 % auf 64,70 €. Analyst Dieter Hein von Fairesearch sagte, die Bank habe immer ein gutes erstes Quartal gehabt. Insofern sei es noch zu früh, um zu sagen, ob die Bank ihr Rendite-Ziel wirklich schaffen werde. „Im letzten Jahr hatten sie auch Quartale, in denen sie ihr Ziel erreicht haben, aber im Laufe des Jahres haben sie es letztendlich verfehlt.“

Zeitweise um 1,5 % kletterten die Aktien von Daimler-Chrysler, im weiteren Verlauf bröckelten sie auf ein Minus von 0,9 % ab. Der operative Gewinn des Autobauers war im ersten Quartal weniger stark gefallen als von Analysten erwartet. „Rechnet man die Sondereffekte heraus, liegt das Ergebnis unter meinen Erwartungen“, sagte Fabian Kania, Analyst von Helaba Trust.

Ihre Kursgewinne von zeitweise fast zwei Prozent büßten die Aktien des Chemiekonzerns BASF wieder ein und schlossen 0,1 % tiefer. Händler begründeten die Kursabgaben mit Gewinnmitnahmen. „Die Geschäftszahlen sind sehr gut ausgefallen“, kommentierte Christian Faitz, Analyst bei Dresdner Kleinwort Wasserstein. Der Betriebsgewinn (Ebit) vor Sondereinflüssen hatte sich im ersten Quartal um 33 % erhöht.

Zu den größten Gewinnern im TecDax zählten nach der Vorlage von Geschäftszahlen mit einem Plus von rund sechs Prozent die Aktien der Software AG. Das Unternehmen hatte seinen Gewinn im ersten Quartal kräftig gesteigert. Händler erklärten das Kursplus auch mit einer Reaktion auf die Vortagesverluste.

Im MDax standen die Aktien von Rhön Klinikum mit einem Plus von rund vier Prozent weit oben auf der Gewinnerliste. Analysten zeigten sich mit den Geschäftszahlen des Klinikbetreibers zufrieden. Zudem helfe die am Vortag angekündigte Zusammenlegung der Vorzugs- und Stammaktien, die dem Unternehmen im MDax mehr Gewicht geben könnten.

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