Neue Abwärtswelle an den Börsen
Rezessionsangst lässt Märkte erzittern

Weltweit fürchten die Anleger eine schwere Rezession. Die Aktienkurse brechen ein, Anleger fliehen in vermeintlich sichere Geldanlagen, der Ölpreis sackt ab. Sollte die Quartalssaison in den nächsten Tagen schlechter ausfallen als geplant, droht den Börsen ein harter Winter.

FRANKFURT. Die US-Börsen sind am Mittwoch erneut mit deutlichen Verlusten in den Handel gestartet. Verhalten ausgefallene Unternehmensberichte schürten bei den Anlegern die Sorge, dass die US-Konjunktur auf eine tiefe und langwierige Rezession rutsche, hieß es am Markt. Die Unsicherheit über die Gewinnprognosen der Unternehmen drücke die Stimmung, Zeichen für eine Entspannung an den Kreditmärkten rückten dagegen in den Hintergrund. Sollten die die Quartalszahlen in den kommenden Tagen deutlich schlechter ausfallen als erwartet, rechnen Analysten und Händler mit weiteren Rückschlägen für die Börsen.

Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) verlor fast vier Prozent. Ähnlich heftig erwischte es die Börsen in Europa. Dax und CAC 40 etwa verloren 4,5 bzw. 5 Prozent, der Euro Stoxx 50 rutschte am Nachmittag sogar mehr als 5,5 Prozent ab. Am Devisenmarkt fiel der Euro auf 1,2850 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren, weil Investoren in der auch in der Euro-Zone zunehmend Rezessionsgefahren sehen.

Ein klares Indiz für einen bevorstehenden Abschwung liefern die Rohstoffpreise, die kräftig absacken. Der Ölpreis rutschte um vier Prozent, Kupfer verbilligte sich um fünf Prozent, Gold war fast sechs Prozent günstiger zu haben.

"Eine deutliche Aufwertung des US-Dollars und Sorgen vor einer weiteren Abschwächung der Nachfrage wiegen derzeit schwerer als die zu erwartende Produktionskürzung durch die OPEC", sagte Analystin Barbara Lambrecht von der Commerzbank. Einige Experten gehen davon aus, dass das Ölkartell auf seinem Treffen am Freitag lediglich bescheidene Produktionsdrosselungen beschließen dürfte. Auf dem außerordentlichen Treffen in Wien müssen die Länder ihre Preisinteressen gegen die Risiken für die weltweite Konjunktur abwägen. Öl ist der weltweit wichtigste Rohstoff. Im Sommer war ein Rekordpreis von 147 Dollar erreicht worden.

US-Rohöl der Sorte WTI verbilligte sich zur Wochenmitte um mehr als fünf Dollar, der Preis fiel auf fast 67 Dollar. Die in Europa führende Nordseesorte Brent gab ebenfalls knapp fünf Dollar nach auf knapp 65 Dollar.

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