Neue Konjunkturdaten
IBM und Nokia drücken Wall Street ins Minus

Die enttäuschend ausgefallenen Quartalsberichte von IBM und Nokia haben Sorgen über die Gewinnaussichten der Unternehmen geweckt und die Kurse an den US-Aktienbörsen am Donnerstag gedrückt.

Reuters NEW YORK. In den vergangenen Wochen seien die Kurse in Erwartung einer Erholung der Unternehmensgewinne und der Konjunktur deutlich gestiegen, sagten Händler. Im bisherigen Verlauf der Bilanzsaison seien aber von den Unternehmen unterschiedliche Signale für den Rest des Jahres gekommen. „Den Ton gab heute IBM mit der Aussage an, dass es kaum Signale für eine Erholung der Technologiebranche sieht“, sagte Ned Riley von State Street Global Advisors. Diese Aussage und die enttäuschende Prognose von Nokia für das dritte Quartal hätten die Kursentwicklung an der Nasdaq bestimmt, fügte er hinzu.

Der Index der Technologiebörse Nasdaq schloss um 2,86 Prozent tiefer auf 1698 Punkten und verzeichnete damit den größten Tagesrückgang seit dem 19. Mai. Der 30 Standardwerte umfassende Dow-Jones-Index fiel um 0,48 Prozent auf 9050 Zähler. Der breit gefasste S&P-Index büßte 1,23 Prozent auf 981 Zähler ein.

IBM-Finanzchef John Joyce hatte nach der Veröffentlichung des Quartalsergebnisses des Unternehmens am Vorabend gesagt, von einer bevorstehenden Erholung der seit mehr als zwei Jahren in der Krise steckenden Technologiebranche wolle er noch nicht sprechen. Das Unternehmen hatte einen Gewinn im Rahmen der Analystenerwartungen ausgewiesen. Analysten hatten die Zahlen dennoch als wenig berauschend bezeichnet. Die Aktien von IBM, ein Schwergewicht im Dow-Jones-Index, verloren 3,9 Prozent auf 83,33 Dollar.

Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia erwartet nach eigenen Angaben nach einem Gewinnrückgang im zweiten Quartal im laufenden Vierteljahr noch keine Besserung. Der finnische Konzern befürchtet vor allem Probleme in seiner Mobiltelefon-Sparte, die fast 80 Prozent des gesamten Umsatz ausmacht und den gesamten Gewinn generiert. Der Kurs der Nokia-Aktie sackte um fast 20 Prozent auf 14,38 Dollar ab.

Der Markt erhielt am Donnerstag auch einige positive Unternehmens- und Konjunkturnachrichten, die allerdings den Kursrückgang an der Wall Street nicht aufhalten konnten. Die Federal Reserve Bank von Philadelphia berichtete über eine über den Erwartungen liegende Belebung der Aktivität im Verarbeitenden Gewerbe der Region um Philadelphia und stützte damit Erwartungen auf eine landesweite Erholung des Verarbeitenden Gewerbes in den USA. Coca-Cola wies bei höheren Umsätzen in Europa und Nordamerika im zweiten Geschäftsquartal einen Gewinnanstieg von mehr als zehn Prozent aus. Der Kurs der Coca-Cola-Aktie stieg um 4,3 Prozent auf 44,76 Dollar.

Weitere Hinweise auf die Lage der Unternehmen erwarteten die Marktteilnehmer vor allem vom Quartalsbericht des weltgrößten Softwarekonzerns Microsoft, der nach Börsenschluss veröffentlicht werden sollte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,64 Milliarden Aktien den Besitzer. 758 Werte legten zu, 2509 gaben nach und 131 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,88 Milliarden Aktien 644 im Plus, 2505 im Minus und drei unverändert.

An den US-Kreditmärkten gaben die zehnjährigen Staatsanleihen um 8/32 auf 97-11/32 nach. Sie rentierten mit 3,952 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen 9/32 auf 106-29/32 und hatten eine Rendite von 4,914 Prozent.

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