Neue Liquiditätsspritzen stützen
Europäische Börsen erholen sich

dpa-afx PARIS/LONDON. Die europäischen Börsen haben sich am Montag nach neuen Stützungsmaßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) von den herben Verlusten der vergangenen Woche etwas erholen können und sehr fest geschlossen. "Das ist eine Korrektur. Punkt", sagte ein Händler. Die Börsen tendierten zwar etwas fester, aber die Zukunftsaussichten blieben nebulös und intransparent. Ein Fondsmanager der Royal London Asset Management sagte, angesichts der jüngsten Marktvolatilität würde er nicht viel auf die aktuellen Kursgewinne geben. Am Morgen hatte die Europäische Zentralbank (EZB) dem Geldmarkt erneut bei einem Schnelltender 47,66 Mrd. Euro zugeteilt. Weltweit gaben Notenbanken zu Wochenbeginn neue Liquiditätsspritzen, um eine Kreditklemme zu verhindern.

Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 gewann 2,27 Prozent auf 4 255,79 Zähler. Für den Stoxx 50 , der auch Schweizer und britische Werte umfasst, ging es um 2,54 Prozent auf 3 722,10 Punkte hoch. Der Euronext 100 stieg um 2,02 Prozent auf 985,21 Punkte. Der Pariser CAC 40 legte um 2,21 Prozent auf 5 569,28 Zähler zu. Der Ftse 100 gewann 2,99 Prozent auf 6 219,00 Punkte.

Zu den größten Gewinnern gehörten europaweit Finanztitel, die in der vergangenen Woche besonders unter der schwachen Marktentwicklung gelitten hatten. Stützend wirkte auch, dass Morgan Stanley die Branche von "Underweight" auf "Overweight" hochgestuft hat. Für Allied Irish Banks (AIB) ging es um 5,25 Prozent auf 19,25 Euro nach oben. AXA gewannen 4,21 Prozent auf 29,20 Euro. Aktien der Man Group legten um 6,83 Prozent auf 512,00 Pence zu. Händlern zufolge hatte die Dresdner Kleinwort das Kursziel für die Aktien von 650 auf 680 Pence gehoben und den Titel mit "Buy" bestätigt.

Im CAC-40 Paris gewannen Aktien von Dexia Banque 4,33 Prozent auf 19,98 Euro. Händler verwiesen auf Äußerungen des Ceos Axel Miller, der sich in einem Interview erneut beschwichtigend zu Kreditrisiken geäußert hatte. Außerdem habe er die Aufmerksamkeit erneut auf eine Konsolidierung des Sektors gelenkt.

Auch Aktien von Air France-KLM gewannen, getragen von der allgemeinen Kurserholung, 5,04 Prozent auf 30,00 Euro. Händlern zufolge hatten sich die Anleger von der ersten Enttäuschung über die jüngsten Quartalsergebnisse erholt.

In Brüssel fielen Agfa-Gevaert um 3,73 Prozent auf 15,47 Euro, nachdem bekannt geworden war, dass "angesichts der Zahlen für das zweite Quartal" Philippe Houssiau nicht Präsident der Healthcare-Sparte bleiben wird. Ein Analyst nannte die Nachricht überraschend und bewertete sie negativ. Der Rücktritt werde die Bemühungen für eine Profitabilitätssteigerung der Sparte verzögern und die Chancen für ein Übernahmeangebot schmälern.

An der Londoner Börse verteuerten sich die Titel von Imperial Chemical Industries (ICI) nach der Annahme des Übernahmeangebots von Akzo Nobel um 2,80 Prozent auf 642,00 Pence. Der britische Chemiekonzern hatte der Offerte von 8,05 Mrd. Pfund (rund zwölf Mrd. Euro) seines niederländischen Konkurrenten zugestimmt - dessen Aktien stieg um 2,42 Prozent auf 58,05 Euro.

Die schwer gewichteten Minenwerte gehörten nach Kursgewinnen asiatischer Konkurrenten und wegen steigender Metallpreise im "Footsie" zu den größten Gewinnern. So gewannen Antofagasta an der Spitze des britischen Leitindex 10,48 Prozent auf 685,00 Pence. Kazakhmys legten um 10,44 Prozent auf 1 195,00 Pence zu. Die UBS hatte das Papier außerdem von "Neutral" auf "Buy" bei einem Kursziel von 1 450 Pence hochgestuft. Anglo American gewannen 8,31 Prozent auf 2 816,00 Pence. BHP Billiton stiegen um 6,90 Prozent auf 1 348,00 Pence und Vedanta kletterten um 6,25 Prozent auf 1 667,00 Pence.

Dagegen zeigten sich Sainsbury-Titel mit minus 0,36 Prozent auf 547,00 Pence relativ schwach. Das 10,4 Mrd. britische Pfund schwere Übernahmeangebot der Königsfamilie des Emirats Katar könnte das neueste Opfer der weltweit schwachen Finanzmärkte werden. Laut einem Bericht des "Sunday Telegraph", der sich auf den Vorgängen nahe stehende Quellen beruft, hat sich die Stimmung zwischen dem katarischen Staatsfonds Delta Two und Sainsbury in den vergangenen Wochen geändert. Es gebe ernsthafte Fragen dazu, ob Delta Two konkrete Finanzierungspläne habe.

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