New York
Technologiewerte beruhigen die krisengeschüttelte Wall Street

Die Schuldenkrise in der Eurozone rückt bei den Anlegern an der Wall Street am Dienstag in den Hintergrund. Die US-Börsen ziehen leicht an, weil die Technologiewerte sich stark präsentieren.
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New YorkWichtige Technologiewerte haben am Dienstag die krisengeschüttelte Wall Street gestützt. Kursgewinne von Intel, Oracle und Apple animierten die Investoren auch zu anderen Aktienkäufen und drängten die Schuldenprobleme in Europa etwas in den Hintergrund. 

In New York schloss der Dow-Jones-Index der Standardwerte mit einem Plus von 0,4 Prozent bei 11.106 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte er zwischen 10.987 und 11.141 Stellen. Der breiter gefasste S&P 500 ging mit 1173 Zählern aus dem Handel, ein Anstieg von 0,9 Prozent. Der technologielastige Nasdaq kletterte um 1,5 Prozent auf 2532 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax 1,9 Prozent fester bei 5166 Punkten, nachdem er zeitweise um zwei Prozent abgerutscht war. 

Auch in New York verwiesen Börsianer einmal mehr auf die Krise in Europa. „Nicht nur die Ansteckung innerhalb der Eurozone beschäftigt uns, sondern auch die Auswirkungen auf die USA“, sagte der Investmentstratege Tim Ghriskey von Solaris Asset Management. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy werden am Mittwoch mit Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou telefonieren. Papandreou soll zur Umsetzung der versprochenen Reformen gedrängt werden, damit die Troika aus Internationalem Währungsfonds, Europäischer Zentralbank und EU-Kommission grünes Licht für die Auszahlung der nächsten Hilfstranche für Griechenland geben kann. Zugleich versuchte Merkel, einen Vorstoß von Vizekanzler Philipp Rösler einzufangen. Eine unkontrollierte Zahlungsunfähigkeit Griechenlands müsse um jeden Preis verhindert werden, sagte sie. Die Gefahr eines Übergreifens auf andere Länder sei sehr groß.

Portfolio-Manager Bryant Evans von Cozad Asset Management sagte, womöglich hätten die Investoren den schlimmsten Fall in den Kursen bereits vorweggenommen. Nun versuchten Anleger herauszufinden, ob der jüngste Kursrutsch einige Kaufgelegenheiten geschaffen habe. Evans selbst zählt dazu vor allem Technologietitel. 

Unter den Einzelwerten standen die Papiere von Apple , Intel und Oracle im Mittelpunkt des Interesses. Apple-Aktien legten um 1,2 Prozent zu. Intel gewannen 2,4 Prozent, während Oracle sogar um 3,6 Prozent stiegen. Die Dividende zahlenden High-Tech-Firmen gelten in Zeiten der Unsicherheit als relativ sichere Anlagehäfen. 

Die Aktien der Elektronikkette Best Buy brachen um 6,5 Prozent ein. Die Nachfrage nach Fernsehern war im vergangenen Geschäftsquartal schwach, das Unternehmen blieb mit seinem Zwischenbericht hinter den Erwartungen des Marktes zurück. 

Die Papiere des Mischkonzerns General Electric machten anfängliche Verluste wett und legten um 2,7 Prozent zu. Der Siemens-Rivale will einem Top-Manager zufolge sein Deutschland-Geschäft in den kommenden fünf Jahren verdoppeln. 

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,07 Milliarden Aktien den Besitzer. 2310 Werte legten zu, 677 gaben nach und 89 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,93 Milliarden Aktien 1920 im Plus, 601 im Minus und 107 unverändert.

Die Kursgewinne an den Wall Street haben Verluste an den US-Rentenmärkten nach sich gezogen. Die zehnjährigen US-Anleihen sanken um 13/32 auf 101-06/32 und rentierten mit 1,99 Prozent. Die
30-jährigen Bonds verloren 1-17/32 auf 107-30/32 und hatten eine Rendite von 3,33 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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