Nikkei fällt unter 8 500 Punkte
Asiatische Börsen im Tiefflug

Die asiatischen Aktienmärkte haben nahtlos an die schlechten Vorgaben aus Europa und den USA angeknüpft. Am härtesten traf es die Anleger in Südkorea. In Tokio fiel der Nikkei zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Mai 2003.

HB TOKIO. Nach dem Kursrutsch an Wall Street und einer weiteren Yen-Aufwertung ist die Börse in Tokio am Donnerstag weiter eingesackt. Der Nikkei-225-Index erholte sich im Tagesverlauf zwar etwas von zwischenzeitlich heftigen Verlusten, schloss aber weitere 2,5 Prozent bzw. 213 Punkte schwächer bei 8 461 Zählern. Zuvor war er bis auf 8 017 Punkte gestürzt, den niedrigsten Stand seit Mai 2003. Die Sorgen um den globalen Konjunkturabschwung würden ernster, sagte ein Analyst von Daiwa Secuities SMBC. Zudem hätten NEC und andere Unternehmen ihre Gewinnausblicke gesenkt. Daher seien Gelegenheitskäufe am Berichtstag unwahrscheinlich, so der Daiwa-Experte.

Die kräftige Aufwertung der Landeswährung Yen zum Euro belastet zudem die Aktien von Unternehmen mit starker Geschäftstätigkeit in Europa. Innerhalb von zwei Tagen ist der Euro von 135 JPY auf 123,6 JPY gefallen. Insbesondere Papiere von Unternehmen, die ihre Prognosen mit einem deutlich schwächeren Yen kalkuliert hätten, ständen unter Druck, hieß es am Markt. Dazu zähle Mazda Motor, die von 150 EUR/JPY ausgehen, sowie Seiko Epson (161 EUR/JPY) und Sony (162 EUR/JPY).

Ängste vor Gewinnrückgängen lasteten einmal mehr auf Bankenaktien, heißt es. Mizuho Financial und Mitsubishi UFJ verlieren deutlich.

Auch an anderen asiatischen Aktienmärkten setzte sich die Talfahrt fort. Die größten Einbußen gab es in Südkorea mit mehr als 7,5 Prozent. In Hongkong rutschte der Hang Seng um 4,6 Prozent nach unten. Abwärts ging es auch an den Börsen in Australien und Neuseeland.

Die schlechten Vorgaben für die asiatischen Händler kamen aus den USA, wo der Dow-Jones-Index mit den 30 wichtigsten Titeln am Mittwoch um 5,69 Prozent auf 8 519,21 Punkte sank. Der breiter gefasste S&P 500 verlor sogar 6,1 Prozent und schloss auf dem niedrigsten Stand seit April 2003. Experten zufolge fürchten Börsianer inzwischen mehr schlechte Unternehmensergebnisse als die Bankenkrise.

Wie stark die Konjunktur die Wirtschaft belastet, lässt sich von schlechten Ergebnissen in fast vielen Branchen ablesen. Am Mittwoch etwa gab es enttäuschende Zahlen von der Bank Wachovia, die kurz vor dem Verkauf steht, aber auch von Boeing und dem Pharmahersteller Merck & Co. Ein Lichtblick für Börsianer war McDonald's. Der Fast-Food-Konzern kann von wirtschaftlich schlechten Zeiten profitieren, weil sich dann seine Sparmenüs besonders gut verkaufen.

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