Nikkei und Dow Jones mit herben Verlusten
Tokio folgt Wall Street in die Tiefe

Erst deutete sich eine Beruhigung an den New Yorker Börsen ab, doch zum Handelsschluss begann ein regelrechter Ausverkauf. Der Dow-Jones-Index stürzte auf 8579,19 Punkte und schloss damit erstmals seit über fünf Jahren unter 9 000 Punkten. Diesen Vorgaben kann sich auch die Börse in Tokio nicht entziehen und stürzt ebenfalls ab. Das lässt nichts Gutes für den Dax vermuten.

HB NEW YORK/TOKIO. Die Börse in Tokio stürzt ab: Der japanische Leitindex schloss knapp zehn Prozent im Minus bei 8276. Das lag zum einen an den sehr schwachen Vorgaben von Wall Street und zum anderen an der Insolvenzen einer Immobiliengesellschaft und einer Lebenversicherung. Am Donnerstag hatte nach Börsenschluss die Immobiliengesellschaft New City Residence Investment Gläubigerschutz beantragt. Am Freitag meldete dann Yamato Life Insurance Insolvenz an.

Die japanische Zentralbank hat erneut eingegriffen, um für Stabilität am Geldmarkt des Landes zu sorgen. Die Bank of Japan pumpte umgerechnet 25,5 Mrd. Euro in den Markt. Die Bank führte die Liquiditätsversorgung am Vormittag dabei in zwei Runden durch, was als ungewöhnlich gilt. Auf diese Weise versucht sie, die Banken dazu zu bewegen, sich gegenseitig Geld zu leihen.

In New York bestimmte vor allem die Angst vor einer Rezession den Handel. Doe Aktien setzten ihren freien Fall fort und beendeten den siebten Tag in Folge mit massiven Verlusten. Nach einem regelrechten Ausverkauf zum Handelschluss schlossen die drei wichtigsten Indizes auf dem tiefsten Stand seit mehr als fünf Jahren. Der Dow stürzte unter die 9000-Punkte-Marke. Händler fürchteten vor allem, dass die bisherigen Mittel gegen eine Ausweitung der Finanzkrise nicht ausreichten und eine globale Rezession zu erwarten sei.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schoss 7,3 Prozent in den Keller auf seinen mit 8579 Punkten tiefsten Stand seit Juni 2003. Im Handelsverlauf pendelte er zwischen 8579 und 9448 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 rutschte mit einem Verlust von 7,6 Prozent das erste Mal seit mehr als fünf Jahren unter 950 Zähler und schloss bei 909 Stellen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbuchte ebenfalls seinen stärksten Verlust seit 2003 und schloss 5,5 Prozent im Minus bei 1645 Punkten. In Frankfurt setzte der Leitindex Dax ebenfalls seine Talfahrt fort und ging 2,5 Prozent tiefer bei 4887 Punkten aus dem Handel.

Im Zentrum der Panikverkäufe standen erneut Finanzwerte. Nach Einschätzung vieler Anleger droht die konzertierte Leitzinssenkung großer Notenbanken zu verpuffen, ohne dass ein besserer Kapitalfluss erreicht wird. "Es herrscht eine Vertrauenskrise. Ich spüre, dass wir die negativen Schlagzeilen noch für einige Zeit haben werden, darunter auch noch mehr Bankenzusammenbrüche", sagte Bruce Zaro von Delta Global Advisors. Für Verunsicherung sorgten auch Äußerungen von Finanzminister Henry Paulson zu einer möglichen Teilverstaatlichung privater Banken als Mittel gegen die ausufernde Finanzkrise. Papiere der Citigroup büßten mehr als zehn Prozent ein. Morgan-Stanley-Papiere verloren sogar fast 26 Prozent, weil Anleger am milliardenschweren Einstieg der japanischen Bank Mitsubishi UFJ Financial Group zweifelten. Die Aktien von Bank of America verbilligten sich um 11,2 Prozent.

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