Nikkei wieder unter 18 000 Punkten
Zinssorgen belasten Asiens Aktienmärkte

Sorgen über die weltweit steigenden Zinsen haben am Freitag die asiatischen Aktienmärkte belastet. Die meisten wichtigen Indizes der Region gaben mehr als ein Prozent nach. In Japan wurden Titel exportorientierter Unternehmen auch durch die schwachen Vorgaben aus den USA und Europa belastet.

HB TOKIO/SINGAPUR. In Tokio verlor der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,52 Prozent auf 17 779 Zähler. Der breiter gefasste Topix-Index fiel 1,32 Prozent auf 1 756 Punkte. Auch die Aktienmärkte in Südkorea, Hongkong, Taiwan und Singapur verzeichneten deutliche Abschläge. Gegen den Trend stemmte sich nur der chinesische Leitindex mit einem Plus von rund 0,8 Prozent: Eine Reihe aktienfreundlicher Kommentare in den staatlichen Medien wurde als Indiz verstanden, dass die Regierung derzeit keine weitere Abkühlung des Marktes anstrebe.

Nach Einschätzung von Hiroaki Kuramochi, leitender Direktor von Bear Stearns Japan, hat die jüngste Zinsanhebung in Europa Sorgen über Umschichtungen in den Portfolios der Investoren ausgelöst. „Es scheint eine Ansicht auf dem Markt zu geben, dass die Investoren ihr Geld nach Europa verschieben könnten“, sagte Kuramochi. Dies könne in Form einer Umschichtung von Aktien auf Anleihen oder von Dollar-dominierten auf Euro-dominierte Anlagen geschehen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Leitzins am Mittwoch auf vier Prozent angehoben und die Bereitschaft signalisiert, Inflationsgefahren mit einem weiteren Anziehen der Zinsschraube entgegenzuwirken.

Die US-Aktienmärkte hatten am Donnerstag wegen der Sorge vor steigenden Zinsen den dritten Tag in Folge Verluste verbucht. Zu den Verlierern gehörten etwa Handelsunternehmen. Der Leitindex Dow Jones schloss 1,48 Prozent schwächer bei 13 266 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 1,76 Prozent auf 1 490 Punkte, der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 1,77 Prozent auf 2 541 Zähler.

In Japan belastete dies Exportwerte wie die Aktie des Autoherstellers Honda, die 2,8 Prozent nachgab. Die Zinssorgen drückten auch die Kurse von Anbietern für Konsumentenkredite. So verlor das Papier von Credit Saison 8,75 Prozent. Zu den Gewinnern gehörte der Telekommunikationskonzern Softbank, der im Mai die meisten Mobilfunk-Neukunden gewinnen konnte. Die Aktie stieg 1,79 Prozent.

Der Euro wurde in Fernost mit 1,3425 Doolar fast unverändert gehandelt nach 1,3428 Dollar im späten US-Handel. Zur japanischen Währung notierte er mit 162,67 Yen nach 162,43 Yen in den USA. Der Dollar kostete 121,17 Yen nach 120,99 Yen im späten US-Handel.

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