Nokia-Ausblick belastet den Aktienmarkt
Dax sieht einfach keine Sonne

Der Deutsche Aktienindex hat am Donnerstag seine seit Monaten andauernde Talfahrt fortgesetzt. Der überraschend schwache Geschäftsausblick von Nokia wirkte sich zudem schlecht auf die Stimmung aus. Analysten befürchten gar einen weiteren Abwärtstrend.

HB FRANKFURT. Der deutsche Leitindex ging mit einem Minus von 1,3 % auf 3847 Punkten aus dem Handel und hat damit seit Monatsbeginn fünf Prozent an Wert verloren. „Der Ausblick ist richtig schlecht“, urteilte Nomura-Analyst Richard Windsor über die Nokia-Zahlen. „Ich gehe davon aus, dass Nokia im nächsten Quartal die Preise weiter senken muss, um Marktanteile zurückzugewinnen.“ Aktienhändler zeigten sich verunsichert. „Wenn ein Konzern wie Nokia seine Probleme nicht in den Griff bekommt, dann wird es auch für weniger gut aufgestellte Firmen schwer“, sagte ein Händler. Vor allem die Kurse von Technologiefirmen gaben in Reaktion auf den Nokia-Daten nach.

Nach den enttäuschenden Branchenausblicken von Intel und AMD wurde der Ausblick von Nokia als „verkappte Gewinnwarnung“ aufgefasst, hieß es im Handel. Im Vorfeld der IBM-Zahlen am Donnerstagabend sei es zu Notverkäufen gekommen. Die guten Quartalszahlen von Citigroup und US-Konjunkturdaten wurden vom Markt kaum wahrgenommen.

Im Dax gehe es nun darum, wenigstens noch den unteren Rand des aktuellen Abwärtstrends zu verteidigen - ansonsten drohe eine Beschleunigung des Kursverfalls, sagte ein technischer Analyst. Aktuell liege der bei 3835 Punkten. Im Falle des Durchbruchs winke als nächstes die 3800er-Marke.

Von der Konjunkturfront aus den USA kamen gute Nachrichten, die jedoch nur vorübergehend stützten. Die schlechten Nachrichten aus Deutschland schlugen dagegen voll durch: Eine Prognose des ifo-Instituts warnte vor nachlassender Auslandsnachfrage ab dem zweiten Halbjahr. Die Aussage der US-Konjunkturdaten wurde auf „keine Inflation“ reduziert: Vor allem der Rückgang der Produzentenpreise zeige, dass damit Zinserhöhungsdruck kein Thema sei. Mit minus 0,3 % waren die Preise im Juni erstmals seit November 2003 wieder gefallen. Auch der kräftige Anstieg im Empire State Index mit plus 36,5 anstatt erwarteter plus 26,8 wurde freundlich aufgenommen.

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