Nortel lässt alte Ängste wieder aufleben
US-Börsen geben spürbar nach

Neue Kämpfe im Irak und die Aussicht auf höhere US-Leitzinsen haben am Mittwoch Analysten zufolge auf den US-Aktienmärkten gelastet.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss um 1,29 Prozent niedriger auf 10 342 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 1,38 Prozent auf 1 122 Zähler nach. Der Nasdaq-Composite fiel um 2,12 Prozent auf 1 989 Punkte.

Einige Anleger hielten sich bis zur Veröffentlichung der ersten Schätzung zum US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal am Donnerstag zurück. Im Mittelpunkt dürfte diesmal auch der BIP-Deflator, ein Maßstab für die Preisentwicklung stehen, sagten Händler. Anzeichen auf eine Beschleunigung der Inflation könnten die US-Notenbank Fed veranlassen, die Zinsen in Kürze zu erhöhen. Der US-Schlüsselzins liegt derzeit mit 1,00 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit 1958.

Auch die Lage im Irak laste auf den Kursen, sagten Händler. Dort hatte die US-Armee Anwohnern zufolge am Mittwoch erneut die Stadt Falludscha angegriffen.

Die Aktien von Stahl- und Metallhersteller litten außerdem unter der Aussage des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao, die chinesische Regierung könnte Maßnahmen ergreifen, um das Wirtschaftswachstum zu dämpfen. Als mögliche Maßnahmen nannte er in einem Reuters-Interview die Begrenzung der Unterstützung von Stahl-, Zement- und Aluminium-Projekten. Die Alcoa-Aktie fiel um knapp vier Prozent auf 31,01 Dollar.

Die Aktie von US Steel Corp verlor sogar 8,45 Prozent auf 30,56 Dollar.

Zu den am stärksten gehandelten Titeln an der New York Stock Exchange gehörten die Aktien von Nortel, die 28,19 Prozent ihres Wertes auf 4,05 Dollar verloren. Zuvor hatte der kanadische Telekomausrüster drei Spitzenmanager entlassen, darunter Vorstandschef Frank Dunn. Begründet wurde die Abberufung der Manager mit anhaltenden Problemen bei den Unternehmensbilanzen.

Gegen den Trend notierten Boeing-Aktien 1,1 Prozent im Plus bei 44,03 Dollar. Der US-Flugzeugbauer war im ersten Quartal nach einem Vorjahresverlust wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Zudem erhöhte Boeing nach einem unerwartet guten Verlauf der ersten drei Monate des Jahres seine Gewinnprognose für 2004 und 2005.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,84 Milliarden Aktien den Besitzer. 784 Werte legten zu, 2524 gaben nach und 155 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von zwei Milliarden Aktien 656 Werte im Plus, 2529 im Minus und 107 unverändert.

An den US-Kreditmärkten gaben die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 26/32 auf 96-4/32 Punkte nach. Sie rentierten mit 4,491 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 1-3/32 auf 101-11/32 Zähler. Dabei ergab sich eine Rendite von 5,279 Prozent.

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